Region Hannover informiert über Blaualgen

20. Juli 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Sie haben ihren Namen eigentlich nicht verdient: Blaualgen  schimmern eher grünlich im Wasser, da sich das blaue Pigment der Cyanobakterien unter dem grünen Chlorophyll versteckt. Besonders bei den jetzt langanhaltenden warmen Temperaturen entwickeln sich die Algen in Gewässern und werden durch den Wind an die flachen Uferstellen getrieben. Aktuelle Messungen haben den Beginn des Aufkommens der Blaualgen im Steinhuder Meer gezeigt – je nach Wind und Wellen kann es in den nächsten Tagen in den Strand- und Badebereichen zu Ansammlungen von Blaualgen kommen. Es besteht jedoch noch kein Grund zur Badewarnung. Badende und besonders Eltern von Kleinkindern und Hundebesitzer sollten allerdings wachsam sein und die Verhaltenshinweise vor Ort beachten.

In Seen können Blaualgen entstehen - Foto: JPH

In Seen können Blaualgen entstehen – Foto: JPH

Das Verschlucken des Wassers bei Blaualgenansammlungen kann zu Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot führen. „Vor allem Kinder sollten nicht in Bereichen mit vermehrtem Blaualgenaufkommen baden und dort auch vom Plantschen im Uferbereich absehen“, sagt Dr. Constanze Wasmus, Leiterin des Teams Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin. Auch der Kontakt mit der Haut kann zu Reizungen führen. Da sich auch außerhalb der Badestellen Blaualgen im Uferbereich konzentrieren können, weist die Region Hundebesitzer vorsorglich darauf hin, dass auch Hunde im Falle von Blaualgenansammlungen nicht baden und kein Wasser schlucken sollten.

Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover überwacht während der Badesaison vom 15. Mai bis zum 15. September 23 Seen in der Region. Entsprechende Schilder mit Verhaltensweisen sind an den Badestellen aufgestellt. Im vierwöchigen Rhythmus nehmen Hygieneinspektoren Proben, um das Wasser bakteriologisch auf zwei Keimarten, die sogenannten Intestinalen Enterokokken und Escherichia coli, zu untersuchen. Außerdem wird der See anhand der Sichttiefe auf das Vorkommen von Blaualgen geprüft. Manche Arten der Blaualgen scheiden gesundheitsschädigende Stoffwechselprodukte aus, die zu allergischen oder toxisch bedingten Gesundheitsstörungen führen können. Kennzeichen für eine starke Blaualgenentwicklung sind eine bläulich-grünliche Trübung des Wassers, eine Sichttiefe von weniger als einem Meter und Schlierenbildung oder Aufrahmungen am Ufer. An welchen Uferbereichen sich Blaualgen konzentrieren, hängt im Wesentlichen von der Windrichtung ab. Das Aufkommen kann sich daher innerhalb kurzer Zeit ändern.

Wenn das Wasser grünlich-trübe ist oder wenn darauf eine grüne Schicht schwimmt („Wasserblüte“): nichts schlucken! Aerosol vermeiden, zum Beispiel beim Wasser-Ski-Fahren und Windsurfen. Kinder vor dem Toben in flachen Bereichen schützen, wenn sich dort hohe Konzentrationen von Blaualgen gesammelt haben. Sorgsam die Situation am See in den Blick nehmen und die Wassertiefe prüfen. Dabei langsam ins Wasser waten, ohne Sediment aufzuwirbeln. Wenn man von der Kniehöhe die Füße nicht mehr sehen kann, sollte das Baden in diesem Bereich vermieden werden. Nach dem Baden gründlich duschen und Badesachen reinigen, um spätere Hautreizungen zu vermeiden. Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheitsamt informieren.

Weitere Informationen zu Blaualgen sind auch auf der Homepage der Region Hannover www.hannover.de unter dem Stichwort „Blaualgen“ zu finden.

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