Neues Kita-Konzept: frühes Erkennen – frühes Fördern

28. November 2015 @

Mehr als 10 000 Kinder werden jährlich zu Schuleingangsuntersuchungen eingeladen. Die Ergebnisse zeigen: Viele Kinder haben Sprachprobleme oder zeigen Verhaltens- oder Wahrnehmungsauffälligkeiten. Hier greift das neue Konzept der Region Hannover, das bereits in Kindertagesstätten ansetzt: Im Austausch mit den geschulten pädagogischen Kita-Fachkräften begleiten Kinderärzte die Kinder in den Einrichtungen, um bei Bedarf individuelle Fördermaßnahmen gemeinsam mit den Eltern zu entwickeln. Zusätzlich ist eine Psychologin der Familien- und Erziehungsberatungsstellen regelmäßig in Elterncafés oder Einzelberatungen für Erziehungsfragen der Eltern vor Ort. Am vergangenen Mittwoch ist das neue Programm vorgestellt worden.

Vom Kleinkind bis zur Einschulung: Alisa Bach, Leiterin des Fachbereichs Jugend der Region Hannover, Dr. Holger Nieberg, Koordinationszentrum "Frühe Hilfen – Frühe Chancen", und Dr. Andrea Wünsch, Projektleitung Kinderärztliche Beratung in Kitas, stellen das neue Konzept zur ganzheitlichen Frühförderung in Kitas vor. – Foto: Region Hannover

Vom Kleinkind bis zur Einschulung: Alisa Bach, Leiterin des Fachbereichs Jugend der Region Hannover, Dr. Holger Nieberg, Koordinationszentrum „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“, und Dr. Andrea Wünsch, Projektleitung Kinderärztliche Beratung in Kitas (v.li.), stellen das neue Konzept zur ganzheitlichen Frühförderung in Kitas vor. – Foto: Region Hannover

„Vom Kleinkind bis zur Einschulung: Das neue Konzept zur ganzheitlichen Frühförderung schließt eine wesentliche Versorgungslücke und ist ein Aufbruch in eine neue Gesamtausrichtung unserer Angebote“, so Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Der jetzt noch intensivere Kontakt zu der Schulärztin ist eine große Unterstützung für uns“, sagt Silke Möller, Leiterin der am Programm beteiligten Kita Barsinghausen. „Durch die Entwicklungsbeobachtungsbögen und die Schulungen unserer Mitarbeiterinnen erkennen wir spezielle Förderbedarfe bei Kindern klarer und können uns um schnelle Hilfe kümmern.“

In Kooperation mit der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg wurden zunächst alle pädagogischen Fachkräfte der teilnehmenden Einrichtungen zu einem gut erprobten und einheitlichen Verfahren zur Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation geschult. Mithilfe dieses Verfahrens werden künftig alle Kinder hinsichtlich ihrer Entwicklung eingeschätzt. Diese pädagogische Einschätzung bildet die Grundlage für Beratungsgespräche und Untersuchungen durch eine Kinderärztin und einer Psychologin, die in den teilnehmenden Kitas regelmäßig einmal im Monat vor Ort sein werden. Zusätzlich können Fachkräfte zur Sprachförderung in Kleingruppen in Anspruch genommen werden.

Derzeit beteiligen sich insgesamt 14 Kindertagesstätten an dem neuen Programm der Region. Gestartet ist es im September 2015 zunächst in Barsinghausen, Seelze und Garbsen, noch in diesem Kita-Jahr 2015/2016 folgt die Kommune Ronnenberg. Das Konzept soll zunächst auf die Kommunen ausgeweitet werden, in denen die Region Jugendhilfeträgerin ist und in denen die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen und die Daten des Sozialberichts auf einen höheren Bedarf an frühzeitigen Förderungen hinweisen. Das betrifft unter anderem auch Sehnde, das ab dem Kitajahr 2016/2017 dazukommen wird.

Das ganzheitliche Präventionskonzept „Sozialpädiatrische Beratung und Entwicklungsdiagnostik in Kindertagesstätten“ ist ein Baustein des Koordinationszentrums „Frühe Hilfen – Frühe Chancen“ der Region Hannover und soll in den Kommunen auch zur besseren Vernetzung von pädagogischen und pädiatrischen Fachkräften beitragen.

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