NABU ruft zur Meldung von Kiebitzen auf

11. März 2017 @

Der NABU ruft ab sofort dazu auf, gesichtete Kiebitze über die Naturbeobachtungs-Webseiten www.Ornitho.de oder www.NABU-naturgucker.de zu melden. In diesen Wochen sind die sympathischen Wiesenvögel mit der markanten Kopf-Federhaube aus ihren Winterquartieren nach Niedersachsen zurückgekehrt. Mit der Aktion will der NABU mehr über die gefährdete Art erfahren.

Die Kiebitze kehren in die Brutgebiete zurück – Foto: NABU/Rolf Juergens

„Unter anderem wollen wir in diesem Jahr herausbekommen, welche Lebensräume Kiebitze bevorzugen und welche Ansprüche sie an ihre Umgebung haben. Die gesammelten Daten sollen uns dabei helfen, ein noch besseres Schutzsystem für den Kiebitz aufzubauen. Daher ist es wichtig, dass wir aus möglichst vielen Regionen Deutschlands Daten erhalten“, so Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU.

Der früher in Deutschland häufige Brutvogel steht hierzulande inzwischen weit oben auf der Roten Liste. Auch europaweit gilt er als gefährdet. „Der Hauptgrund für den Rückgang liegt in der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft. Es gibt kaum noch geeignete Brutplätze für den Kiebitz und viele seiner Gelege und Küken gehen verloren“, sagt Cimiotti. Zählungen niedersächsischen Ornithologen ergaben für die Jahre von 1961 bis 1993 einen dramatischen Rückgang von 91 000 auf 27 000 Paare, für die Jahre 2005 bis 2008 waren im Mittel rund 32 000 Paare festzustellen.

Um die Situation für den Frühlingsboten zu verbessern, erhofft sich der NABU in diesem Jahr zweierlei Meldungen: Zum einen sollen die aus dem Winterquartier zurückkehrenden Tiere erfasst werden. Ab Februar sieht man sie oft in großen Schwärmen zu ihren Rastplätzen ziehen. Zum anderen sind insbesondere Hinweise auf brütende Kiebitze gefragt. Ab März können die Tiere bei ihren spektakulären Balzflügen beobachtet werden. Die Männchen präsentieren sich dabei sehr stimmfreudig und lassen das typische und namensgebende „Ki-witt“ erklingen.

Kiebitze brüten hauptsächlich in offenen, flachen Landschaften auf Wiesen und Weiden oder auf Ackerflächen. Auf einer Übersichtskarte unter werden die eingegangenen Kiebitz-Meldungen angezeigt. Bei der Zählung im vergangenen Jahr gingen mehr als 15 000 Meldungen ein.

Als Bodenbrüter ist der Kiebitz sehr gefährdet – Foto: NABU/Tom Dove

Aus den Daten wollen die Forscherinnen und Forscher des NABU unter anderem ableiten, welche Lebensräume Kiebitze in Deutschland auswählen. Bei den Meldungen sollte daher auch erfasst werden, wo die Kiebitze bei der Balz und Brut gesichtet wurden: im Grünland, in Mais- oder Getreideflächen beispielsweise. Die so gewonnenen Daten werden anschließend am Thünen-Institut für Ländliche Räume mit Prognosen zur Entwicklung der Landwirtschaft in Beziehung gesetzt werden. „So können wir ermitteln, wo Schutzmaßnahmen für Kiebitze künftig ansetzen sollten. Und auch, wie diese optimal gestaltet und umgesetzt werden können“, so Cimiotti.

Um den bedrohten Wiesenvogel in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren, sucht der NABU gemeinsam mit Landwirten nach Lösungen. „Im vergangenen Jahr haben sich vor allem so genannte ‚Kiebitzinseln‘ als Schutzmaßnahme bewährt“, erklärt Cimiotti. Dabei wird eine größere Teilfläche innerhalb eines Ackers nicht bestellt. So entsteht eine geschützte Zone, in der Kiebitze und andere Vogelarten sicher brüten und Nahrung finden können.

Ein NABU-Faltblatt mit praktischen Tipps und Anregungen für Landwirte zum Kiebitz-Schutz gibt es im Internet. 

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