Mehr als 600 Besucher bei DGB Maifeier in Lehrte

4. Mai 2017 @

Der 1. Mai ist als Tag der Arbeit fester Bestandteil im Kalender der Lehrter Gewerkschafter. 125 Jahre nach dem der ersten Kongress der freien Gewerkschaften in Deutschland zusammengetreten ist, hat es in Lehrte wieder eine überaus gute Teilnahme an der DGB Maikundgebung gegeben. Mehr als 600 Teilnehmer waren auf den mit bunten Transparenten und vielen Infotischen von unterschiedlichen Verbänden und Vereinen bestückte Rathausplatz gekommen.

Hanna Legatis war die Hauptrednerin an diesem Tag – Foto: DGB Lehrte

Die Maikundgebung begann wie im vergangenen Jahr auch mit einer ökumenischen Andacht, die Pfarrer Roman Blasikiewicz und Pastorin Beate Gärtner gestalteten. Deutliche Worte fand der katholische Pfarrer Roman Blasikiewicz, der die Globalisierung im Zusammenhang mit den ungeregelten Finanzmärkten angeprangerte. An alle Verantwortlichen gerichtet sagte er: „Die Globalisierung könnte ein Segen sein, wenn wir sie verantwortungsvoll ausgestalten.“

Als der Lehrte DGB-Vorsitzende Reinhard Nold nach der Andacht die Veranstaltung eröffnet, ging er auf die Situation der derzeitigen Rentengeneration ein: „Menschen die jahrzehntelang gearbeitet haben, droht der soziale Abstieg im Alter.“ Als Gründe für diese Entwicklungen nannte Nold die Rentenkürzungen, die in den vergangenen Jahren beschlossen wurden. Hinzu kommen die weit verbreitete Beschäftigung im Niedriglohnsektor und Lücken in der Erwerbsbiografie. Wer 40 Jahre lang ein Durchschnittseinkommen von derzeit mehr als 3000 Euro erziele, bekomme danach lediglich 1050 Euro Rente im Monat, rechnete er vor.

Der gutgefüllter Rathausplatz mit mehr als 600 Teilnehmern – Foto: DGB Lehrte

Die Hauptrednerin, Hanna Legatis, Journalistin und Mitherausgeberin des Asphaltmagazins, bedankte sich für die Einladung und sagte „Ich freue mich, dass ich heute hier zum Thema – Wir sind viele. Wir sind eins.- sprechen darf. In einer Stadt der Region Hannover die als Ort der Vielfalt ausgezeichnet wurde.“ In Ihrer Rede arbeitete sie die gesellschaftlichen Unterschiede heraus. Sie führte aus: „Es gibt noch große Differenzen zwischen Wutbürgern und Demokraten, zwischen Verlierern und Gewinnern, zwischen Arm und Reich.“ Doch ihr Fazit läßt noch Handlungsspielraum offen: „Wir sind noch nicht eins. Daran müssen wir noch arbeiten.“

Auf großes Interesse traf auch die Rede von Hartmut Völger, Betriebsratsvorsitzender des Klinikum Wahrendorff. Er zeigte die prekäre Situation in der Pflege auf. Er stellte fest: „Es gibt für die Anzahl der Patienten zu wenig Pflegekräfte. In Norwegen kommen  auf eine Pflegekraft 3,8 Patienten, in Deutschland gut zehn und bei Wahrendorff bis zu 30.“ Völger fordert ein gesetzlichen  Patientenschlüssel der auch von Aufsichtsbehörden kontrolliert wird und eine Bezahlung nach Tarif.

Band „beatbar“ sorgte für gute Unterhaltung – Foto: DGB Lehrte

Neben den Reden konnten die Kundgebungsteilnehmer dem Gesang der Band „beatbar“ lauschen, Kaffee und Kuchen sowie Bier und Bratwürstchen zu sich nehmen, mit den Kindern an einem Spielparcours mit Eierlaufen, Sackhüpfen, Erbsenschlagen, Bilderausmalen und Torwandschießen teilnehmen, den Auftritten der Jugendtanzgruppe der Tanzschule Jegella verfolgen und sich an vielen Informationsständen informieren.

Bitte beachten Sie auch die Korrektur des DGB zu dieser Meldung.

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