MdL Dr. Silke Lesemann besucht VHS Ostkreis

27. November 2015 @

Zu einem Besuch ist die Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann (SPD) am Mittwoch in die VHS Ostkreis in Lehrte gekommen. Sie wollte sich dort über die Sprachangebote für die Flüchtlinge und Asylbewerber informieren und notwendige Hilfen identifizieren. Deshalb hatten die VHS-Leiterin Elke Vaihinger und ihre Stellvertreterin Astrid Voges viele Informationen vorbereitet, um dem Gast die Möglichkeiten und Probleme zu schildern.

Kursleiter Dr. Hasan Amarat (li.) und Dr. Silke Lesemann, Elke Vaihinger und Astrd Voges (steh.v.re.) begutachten die Leistungen im Integrationskurs - Foto: JPH

Kursleiter Dr. Hasan Amarat (li.hi.) und Dr. Silke Lesemann, Elke Vaihinger und Astrid Voges (steh.v.re.) begutachten die Leistungen im Integrationskurs – Foto: JPH

Lesemann wies im Gespräch zunächst auf die zwei Nachtragshaushalte hin, die das Land wegen der Situation der Flüchtlinge beschlossen hat und die auch fünf Millionen Euro für die Sprachförderung enthalten. Sie wolle deshalb hören, wie das Geld sich auf die Ausbildungen in Sehnde und Lehrte auswirken. Was ist geschafft worden und wie ist es organisiert, so die Grundfragen der Besucherin, die auch Ortsbürgermeisterin von Bolzum ist, wo 33 Flüchtlinge leben.

Deshalb stellten Vaihinger und Voges die fünf unterschiedlichen Fördertöpfe und ihre Grundlage vor. Da sind zunächst die „Integrationskurse“, finanziert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Sprachförderung vornehmlich für Polen, Rumänen und Italiener anbieten. Dauer der Ausbildung ist ein Jahr in mehreren Modulen. Die Voraussetzung dafür ist der Bezug von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld. Hiervon laufen im Bereich der VHS neun Kurse.

Dann zahlt die Bundesanstalt für Arbeit (BA) für weitere Kurse, die sich an Iraner, Iraker, Syrer und Eritreer richten. Die sieben geplanten Kurse beginnen Anfang Dezember 2015, damit die Fördergelder noch genutzt werden.

Mit Landesmitteln werden für die fünf Kommunen im Ostkreis fünf Kurse finanziert. Je einer läuft dann ab Februar in Burgdorf, Lehrte, Uetze, Sehnde und Isernhagen. Diese Kurse sind offen für alle Nationen und beinhalten auch die Alphabetisierung – denn die Ankömmlinge müssen neben der Sprache auch die Schriftzeichen lernen. Zunächst startet ein Kurs in Lehrte, dann folgen die anderen Kommunen. Die Teilnehmer dafür melden die Kommunen, die VHS nimmt die Einteilung vor.

Im DoG in Köthenwald könnten auch Sprachkurse laufen für Neuankömmlinge - Foto: Klinikum/Archiv

Im DoG in Köthenwald könnten auch Sprachkurse laufen für Neuankömmlinge – Foto: Klinikum/Archiv

Einen weiteren Kurs zahlt die Sparkasse Hannover ab Anfang Dezember in Altwarmbüchen. „Weitere Kurse werden folgen, wenn die Mittel der BA und des Landes erschöpft sind“, merkt Vaihinger an. Das sind jeweils „Sprachförderkurse“, bei denen das Geld an die Kommunen geht, die dann die VHS beauftragen. Und zuguterletzt hat das Klinikum Wahrendorff gerade ein Interesse an Kursen für die Neuankömmlinge im DoG erkundigt. Darüber hinaus gibt es noch kommunal finanzierte Kurse, jeweils zwei in Lehrte und Altwarmbüchen, einen in Sehnde.

Insgesamt laufen 34 Sprachkurse in der VHS, davon 11 in Lehrte und 3 in Sehnde, summiert Vaihinger das Angebot auf. „Das ist eine Zunahme von rund 66 Prozent gegenüber 2014“, fügt sie hinzu. Wobei die Voraussetzungen und Bedingungen sehr unterschiedlich sind und die die Schule vor erhebliche Aufgaben stellen. Das gleiche gilt natürlich auch für die Abrechnung mit den „Kursanbietern“. Während in den Integrationskursen rund 50 Prozent der Teilnehmer Frauen sind, gilt das für die Sprachkurse nicht. „Hierbei sind es vornehmlich junge Männer unter 30 Jahren und nur etwa 30 Prozent Frauen“, berichtet Vaihinger.

Dazu sind die Verwaltungsaufgaben sehr umfangreich geworden, ohne dass das Personal der VHS aufgestockt wurde. Zudem stößt die VHS an ihre Grenzen was die Räumlichkeiten und die Kursleitungen betrifft. Daraus resultieren auch die Wünsche an die Landtagsabgeordnete: „Wir wünschen uns eine Bündelung der Maßnahmen und Finanzierungen mit einheitlichen Qualitätsstandards und Strukturen. Und eine zusätzliche Verwaltungskraft für diese Aufgaben“, fassen die beiden VHS-Vertreterinnen ihren Bedarf zusammen.

Außerdem müsse man die Folgeausbildungen prüfen, so Lesemann, da ja alles nur ein Einstieg sei. Es erscheint auch dringend erforderlich, die Frauenquote bei den Flüchtlingskursen zu erhöhen, um unter anderem westliche Werte wie Gleichberechtigung zu vermitteln und absehbare „häusliche Probleme“ von Anfang an zu unterbinden. „Dabei ist die VHS der wichtigste Partner“, stelle Lesemann zum Abschluss fest.

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