Justizwachtmeister verhindern Gefangenenbefreiung

13. Juni 2015 @

Gestern ist durch den Einsatz der Justizwachtmeister im Amtsgericht Hannover eine Gefangenenbefreiung aus dem Gerichtssaal erfolgreich verhindert worden. In einem nichtöffentlichen Jugendverfahren gegen vier Jugendliche musste sich unter anderen ein in Untersuchungshaft befindlicher 17-Jähriger wegen eines versuchten Einbruchdiebstahls in ein Laatzener Eiscafé vor dem Jugendrichter Detlef Süßenbach verantworten. Nach Beendigung der Sitzung, die am 24. Juni fortgesetzt werden sollte, wurde die Sitzungssaaltür geöffnet und mehrere, aus dem Umfeld der Angeklagten stammende Personen betraten den Saal.

Der Fluchtversuch scheiterte, der Jugendliche sitzt wieder - Foto: JPH

Der Fluchtversuch scheiterte, der Jugendliche sitzt wieder – Foto: JPH

Gerade als ein Justizwachtmeister dem 17-jährigen Angeklagten wieder Handfesseln anlegen wollte und er bereits das rechte Handgelenk gefesselt hatte, schlug der Angeklagte den Wachtmeister mit dem linken Unterarm gegen den Kehlkopf. Dann drückte er ihn über eine Stuhllehne. Der Wachtmeister dann noch zweimal gegen die linke Schläfe geschlagen, woraufhin er den Angeklagten losließ. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits mehrere der eingedrungenen Personen an ihn herangetreten und bedrängten den Wachtmeister zusätzlich. Wer den Beamten geschlagen hat, ist somit nicht sicher.

Dem Angeklagten gelangte daraufhin die Flucht aus dem Sitzungssaal im zweiten Stock, der Wachtmeister nahm aber sofort die Verfolgung auf. Dabei bekam er von einem Unbekannten einen Tritt gegen das rechte Bein und stürzte. Als ihn vier Personen dann attackierten, setzte der Wachtmeister das angedrohte Reizspray ein und stoppte den Angriff gegen sich.

Da zudem im Saal sofort ein „Fluchtalarm“ ausgelöst worden war, konnte der Angeklagte im ersten Stock von zwei weiteren Wachtmeistern gestellt und zu Boden gebracht werden. Dem Angeklagten wurden Handfesseln auf dem Rücken angelegt. Als erneut weitere Personen in bedrohlicher Art und Weise auf die beiden Wachtmeister zukamen, drohten diese ebenfalls den Einsatz von Reizspray an, woraufhin die Angreifer zurückwichen und die Wachtmeister unter anderem als „Hurensöhne“ beleidigten. Der Angeklagte konnte danach in die Haftzelle zurückgebracht werden. Vor dem Gebäude des Amtsgerichts übernahm dann die Polizei die Sicherung der Lage.

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