Gut gekämpft und doch verloren

28. April 2015 @

In einem guten Spiel unterliegt Hannover 96 zuhause der TSG 1899 Hoffenheim mit 1:2. Dabei hatte es lange so ausgesehen, als würden die Hausherren nun endlich mal als Sieger vom Platz gehen. Doch auch beim Debüt von Abstiegsverhinderungstrainer Michael Frontzeck wurden (noch?) keine Punkte eingesammelt. Damit bleibt am Ende mal wiederum das, was man in Hannover schon kennt: Leeres Punktekonto und hoffen auf die anderen Tabellenkellerkinder.

Markus Gisdol freute sich über das erste Tor, sprach aber nicht von Abseits dabei - Foto: JPH

Markus Gisdol freute sich über das erste Tor, sprach aber nicht von Abseits dabei – Foto: JPH

Es begann denkbar schlecht. Nach nur 45 Sekunden hatten die Gäste mit Modeste aus einer unklaren Situation nach einem Abwehrfehler schon das 0:1 erzielt. Doch, wie man später sehen konnte, aus deutlicher Abseitsposition. Das, und vieles andere, sahen der relativ schwache Schiedsrichter Günter Perl und sein Linienrichter aber nicht.

Während jeder der 46 200 Zuschauer den Kopf schüttelte, und ein Déjà-vu hatte, kamen die Roten aber zurück und setzen die Gäste unter Druck. Dabei hatte Frontzeck mit Schmiedebach als rechtem Außenverteidiger eine gute Lösung gefunden, den gesperrten Sakai zu ersetzen, denn der machte ein gutes Spiel. Und so konnten die Hausherren in der 24. Minute durch Elfmeter nach Foul an Schmiedebach durch Stindl ausgleichen. Danach entwickelte sich ein gutes Bundesligaspiel, das man so schon länger in Hannover vermisst hatte. Chancen auf beiden Seiten, schnelle Spielzüge und gute Torraumszenen wechselten sich bis zur Halbzeit ab. Dabei hatte Hannover noch Glück, als ein Ball, der an den linken Innenpfosten ging, dann kurz vor der Torlinie nach rechts entlang lief, bevor ihn dort Modeste neben den rechten Posten ins Aus schob.

Nach der Pause drückte dann Hannover und erspielte sich gute Möglichkeiten, die aber allesamt nicht genutzt wurden. Joselu sprang mal am Ball vorbei, mal traf Ya Konan aus wenigen Metern nur übers Tor. Auch Stindl und Co. machten es nicht besser. Allerdings wurde das Spiel mit kleinen Fouls nun angereichert, und als Baumann dann Sané im Luftkampf im 16-Meterraum umschlug, war der nicht sattelfeste Schiri Günter Perl einmal mehr nicht auf der Höhe der Ereignisse – oder wollte nicht noch einen Elfmeter pfeifen. Sané jedenfalls wurde danach ausgewechselt und es kam Karaman. Baumann würde fortan ausgepfiffen und Perl mit Schieber-Rufen bedacht. Aber generell, und das war eben bei den Roten so wie „früher“: Wer seine zahlreichen Chancen nicht nutzt, kann sich schnell was einfangen. Und so auch wieder in diesem Spiel.

Schob dem Schiedsrichter nicht die Schuld an der Niederlage zu: Michael Frontzeck - Foto: JPH

Schob dem Schiedsrichter nicht die Schuld an der Niederlage zu: Michael Frontzeck – Foto: JPH

Ein Gegenzug der Gäste, die es mit dem Schießen besser konnten, und aus einer eigentlich nicht zwingenden Situation heraus hieß es nach Schuß vom kurz zuvor eingewechselten Sven Schipplock und vorangehender schwacher Abwehrleistung von Albonorz 1:2. Hatten die Hoffenheimer schon ohne Konsequenzen seitens des Schiri auf Zeit gespielt, kamen jetzt noch gelungene „Showeinlagen“ dazu. Das rettete sie sicher über die verbliebene Zeit mit einer vier minütigen Zugabe. Und so hieß es am Ende „Hoffenheim three points“.

Trotzdem wurde die Mannschaft von den Fans mit Applaus verabschiedet und nicht ignoriert, wie zuletzt. „Wir sind sehr sehr froh über den Auswärtssieg“, sagte dann auch Hoffenheims Trainer Markus Gisdol nach dem Spiel, ohne das Abseitstor nach 45 Sekunden als solches zu anzusprechen. Michael Frontzeck dagegen nannte es beim Namen, ohne dem Schiri dafür jedoch öffentlich Gram zu sein. Nun muss „der große Motivator“ die Mannschaft vor dem schweren Spiel gegen den VfL Wolfsburg wieder aufrichten, in dem ihm Lars Stindl nach fünfter gelber Karte auf jeden Fall bitter fehlen wird.

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