Große Dienstbesprechung 2015 der Regionsfeuerwehr

23. November 2015 @

Regionspräsident Hauke Jagau brachte es in seinen Grußworten vor den über 300 Brandmeistern und Stellvertretern auf den Punkt: „Die Flüchtlingsströme wären ohne die wichtige Hilfe der Freiwilligen Feuerwehren und die anderen Hilfsorganisationen nicht zu bewältigen.“ Damit ging er auf eines der zentralen Themen der Dienstbesprechung der Regionsfeuerwehr ein, zu dem Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing und der Leiter der Technischen Einsatzleitung (TEL) der Region Hannover, Alfred Blume aus Seelze, den Anwesenden berichteten.

Das Regionshaus an der Hildesheimer Straße ganz im Zeichen der Feuerwehren – Foto: A. Jeschonnek

Das Regionshaus an der Hildesheimer Straße ganz im Zeichen der Feuerwehren – Foto: A. Jeschonnek

Über 15 000 Schutzbedürftige stegen seit dem 29. September am Drehkreuz Messebahnhof Laatzen für ganz Norddeutschland von der Bahn auf Busse um. Begonnen wurde in Lehrte mit anfangs 222 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren. Inzwischen setzt die Region Hannover überwiegend hauptamtliches Personal ein und die Feuerwehren sind nur noch koordinierend mit „einer Handvoll Einsatzkräften“ beteiligt, wie Blume berichtete.

Die unbefriedigende Ausbildungssituation an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) mit den Ausbildungsstätten in Celle und Loy war das weitere große Thema der Dienstbesprechung. Regionsbrandmeister Mensing konnte von einem geplanten Maßnahmenbündel zur Erhöhung der Ausbildungskapazitäten, damit das Erreichen einer Zuteilungsquote von 75 Prozent Erfolg hat. Zusätzlich will die Region Hannover eigene Anstrengungen unternehmen, um den Bedarf besser befriedigen zu können. Mehr Ausbilder und ein zweiter Truppführerlehrgang sind für 2016 vorgesehen. Außerdem wird ganz aktuell eine Kooperation mit der Feuerwehr Hannover ein standortnahes Angebot von Gruppenführer-, Hilfeleistungs- und Maschinistenlehrgängen geprüft. Regionspräsident Hauke Jagau und der Direktor der Feuerwehr Hannover, Claus Lange, bekundeten beide ihre feste Absicht, hier zu einer Lösung zu kommen.

Weiter berichtete der Regionsbrandmeister, dass mittel- und langfristig die Errichtung eines Trainings- und Schulungszentrums der NABK in Celle-Scheuen auf einem ehemaligen Bundeswehrgelände für rund 90 Millionen Euro realistische Übungsszenarien ermöglichen soll. Brandübungsanlagen und Übungsanlagen für Hoch-und Tiefbau- sowie Tunnelunfälle sollen dazu gehören. Entsprechend des Entschließungantrages des Niedersächsischen Landtages vom 3. November ist die Umsetzung des 1. Bauabschnittes mit einem Volumen von 38 Millionen Euro bis 2020 vorgesehen.

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing trägt seinen Bericht in Anwesenheit der Führung der Regionsverwaltung und der Regionsfeuerwehr vor – Foto: A. Jeschonnek

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing trägt seinen Bericht in Anwesenheit der Führung der Regionsverwaltung und der Regionsfeuerwehr vor – Foto: A. Jeschonnek

Außerdem berichtete Mensing von einer stabilen Entwicklung bei den Einsatzkräften, bei denen der Frauenanteil auf 14,4 Prozent gesteigert wurde. Dass es hier weiter vorangehen wird, zeigt auch der Anteil der Mädchen bei den Jugendfeuerwehren von 30 Prozent und bei den Kinderfeuerwehren von 37 Prozent. Über die geplanten Maßnahmen zur Verbbesserung der Ausbildungssituation freute sich besonders Regionsausbildungsleiter Detlef Köllenberger, der für 2015 von immerhin 1467 Teilnehmern an Lehrgängen und Seminaren Bedarf hat. Einen Überblick über die aktuellen Unfallzahlen und Entwicklungen in der Unfallverhütung gaben Regionssicherheitsbeauftragter Udo Reiche und der Geschäftsführer der Feuerwehrunfallkasse Niedersachsen, Thoma Wittschurky.

Immer wichtiger wird auch die Notfallseelsorge bei der Feuerwehr. Die verantwortlichen Pastoren Tim Kröger und Matthias Stalmann hoben hervor, dass die Notfallseelsorge um der Menschen Willen unabhängig von der Religionszugehörigkeit geleistet wird.

Zum Abschluss der kurzweilig gestalteten Tagung wurde der scheidende stellvertretende Regionsausbildungsleiter für den Bereich der Feuerwehrtechnischen Zentrale Ronnenberg, Carsten Presse, vom Regionsbrandmeister mit der Ehrennadel des Feuerwehrverbandes Region Hannover ausgezeichnet. Mit einer Gedenkminute für die Opfer der Terroranschläge von Paris hatte die Dienstbesprechung begonnen, feierlich geschlossen wurde sie mit dem gemeinsamen Singen der Deutschen Nationalhymne, begleitet vom Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen, der auch die Veranstaltung musikalisch umrahmt hatte.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.