Gewerbeflächen werden knapp: Region legt Leitlinien bis 2025 vor

12. Juli 2018 @

Mit Blick auf die Gewerbeflächen in der Region Hannover übersteigt die Nachfrage das Angebot. Zwar ist der Gewerbeflächenumsatz im vergangenen Jahr regionsweit um die Hälfte zurückgegangen. Dennoch droht in den meisten Kommunen mittelfristig ein Engpass an verfügbaren Gewerbeflächen: Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Gewerbeflächenmonitoring“, das die Region Hannover jährlich herausgibt. Die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung begegnet der drohenden Flächenknappheit mit einer Reihe von Maßnahmen: Gemeinsam mit den regionsangehörigen Städten und Gemeinden hat sie Leitlinien für die kommenden fünf Jahre entwickelt, die der Erschließung neuer Standorte und der Revitalisierung von Gewerbebrachen dienen. Darüber hinaus richtet die Region einen regionalen Investitionsfonds für die Gewerbeflächenentwicklung ein.

In der Region werden die Gewerbeflächen knapp – Broschüre: Region Hannover

„Wir haben den Handlungsbedarf erkannt und uns gemeinsam mit den Städten und Gemeinden auf den Weg gemacht, dem drohenden Engpass mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen“, sagt Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover. „Nach unserer Analyse benötigen alle Kommunen einen Grundstock an Gewerbeflächen mit B-Plan, der für mindestens fünf Jahre ausreicht. In den Mittelzentren wie Barsinghausen, Laatzen, Langenhagen Lehrte oder Wunstorf sind größere Schwerpunktstandorte für die Ansiedlung und Erweiterung von Produktions- und Logistikbetrieben erforderlich“, so Franz. Zusätzliche Flächen müssen auch für Dienstleistungen, wissenschaftsorientierte Produktion, Gründer oder die Kreativwirtschaft geschaffen werden – auch in Umlandkommunen mit attraktiver Lage und guter ÖPNV-Anbindung.

„Um die Kommunen bei der Mobilisierung neuer Gewerbeflächen finanziell zu unterstützen, werden wir einen regionalen Gewerbeflächeninvestitionsfonds einrichten“, kündigt Alexander Skubowius, Leiter des Fachbereichs Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover, an. „Mit Förderdarlehen wollen wir vor allem die Revitalisierung von Brachflächen und  die Umstrukturierung alter Industriegebiete fördern.“

Insgesamt sind in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen in der Region Hannover derzeit rund 789 Hektar Gewerbeflächen gelistet. Gegenüber 775 Hektar im Vorjahr ist das Angebot damit leicht gestiegen. Etwa 48 Prozent dieser Flächen liegen in unmittelbarer Nähe zur Autobahn und daher besonders verkehrsgünstig. Die meisten dieser Grundstücke stehen jedoch nicht unmittelbar zum Verkauf bereit: Nur knapp 54 Hektar sind in einem Bebauungsplan aufgeführt, bereits erschlossen oder im Eigentum der Kommune verfügbar. Mittelfristig stößt das Gewerbeflächenangebot in den meisten Kommunen an Grenzen: Setzt man die verfügbaren Flächen in Relation zu den Flächenumsätzen der zurückliegenden zehn Jahre, reicht das Angebot in 13 von 21 Kommunen nicht einmal für fünf Jahre. Besonders gravierend ist der Mangel bei Logistikflächen: Hier wäre das Angebot bei gleichbleibender Dynamik der Umsätze bereits innerhalb eines Jahres erschöpft. Auch bei Flächen für Dienstleistungen oder bei Industrie- und Produktionsflächen wird das Angebot mittelfristig knapp.

Das Gewerbeflächenmonitoring 2018 steht im Internet als PDF zum Download bereit. Ein gedrucktes Exemplar kann ab dem 20. Juli 2018 auf der Internetseite der Wirtschaftsförderung kostenfrei angefordert werden.

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