Gerettet – und nun auf einen „Kaffee mit Kind“

24. Mai 2015 @

Nervenaufreibender konnte es nicht werden. Hannover 96 schlägt den SC Freiburg am Ende nicht unverdient mit 2:1, rettet sich auf einen Nichtabstiegsplatz und befördert den Konkurrenten des Tages auch gleich noch in die 2. Bundesliga. Ruhe wird aber nicht entstehen, denn es stehen Fragen an: Wer wird Trainer, bleibt der Manager und wie soll die neue Mannschaft aussehen?

Die Fans boten zu Spielbeginn alles auf - Foto: Privat

Die Fans boten zu Spielbeginn alles auf – Foto: Privat

Es begann wie erwartet. Frontzeck vertraute der Mannschaft aus den letzten Spielen und ersetzte nur den gesperrten Sakai durch den wieder genesenen Schmiedebach. Das Team begann offensiv, erzielte in der 3.Minute, die der Stadionsprecher dann später in seiner Euphorie zur 10. machte, das 1:0. Ein Start nach Maß, zumal Hannover in diesem Spiel nicht den üblichen Anschlussfehler machte, sofort weitere Angriffsbemühungen einzustellen zumal Hannover in diesem Spiel nicht den üblichen Anschlussfehler machte, sofort weitere Angriffsbemühungen einzustellen und sich erschreckt über den eigenen Erfolg konfus einzuigeln. Allerdings musste in der 34. Minute Prib verletzt ausscheiden und da gab es dann doch den von vielen im weiten Rund befürchteten Bruch. Ersatzmann Karaman ließ sich ein ums andere Mal einfach ausspielen und die Zuordnung in der Abwehr stimmte plötzlich auch nicht mehr. Das machte Freiburg stark und die Hausherren konnten sich bei Zieler bedanken, dass der Ausgleich nicht fiel. So ging es mit dem 1:0 in die Halbzeitpause. Zu diesem Zeitpunkt war Hannover auf dem 13. Platz, Freiburg auf 16. Überraschend, wie bis dahin die Freiburger enttäuschten, denn man hatte nach den Sprüchen zuvor und der Tabellenlage mehr Gegenwehr erwartet.

Ein sichtlich angeschlagener Christian Streich war die Fragen über seine Zukunft leid - Foto: JPH

Ein sichtlich angeschlagener Christian Streich war die Fragen über seine Zukunft leid – Foto: JPH

Als die Mannschaften unverändert aus der Kabine kamen, wurden die Hannoveraner fast kalt erwischt. Plötzlich machte Freiburg das Spiel und Hannover hatte Probleme, sich zu sortieren. Zieler war es zu verdanken, dass nicht der sonst übliche Ausgleich erfolgte. Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff manchmal unverständlich, hatte das sich nun hart entwickelnde Spiel aber noch im Griff. Zahlreiche gelbe Karten in der zweiten Hälfte künden davon. Aber es war ja auch kein Treffen in der Milchbar. Streich stellte auf Offensive um, zumal Hamburg zuhause gegen Schalke nun vorn lag, Paderborn und Stuttgart noch ein Unentschieden hatten.

Hannovers Michael Frontzeck "trifft sch mit Martin Kind auf einen Kaffee" - Foto: JPH

Hannovers Michael Frontzeck „trifft sch mit Martin Kind auf einen Kaffee“ – Foto: JPH

Und das was bisher nie klappte bei Hannover wollte Frontzeck nun erreichen: Ergebnis sichern. Dazu nahm er einen Doppelwechsel mit Stankevicius und Felipe für Andreasen und Kiyotake vor. Streich im Gegenzug setzte auf mehr Offensive und den Ausgleich, um sich noch nach oben zu retten. Aber nur acht Minuten später hieß es 2:0 für 96. Briand war links an der Torauslinie entlang gegangen, hatte von kurz vorm rechten Pfosten der Freiburger geflankt, Karaman versuchte, den Ball einzuschießen. Keeper Bürki reagierte gut und parierte, schlug den Ball aber in den Lauf des herannahenden KRMAS und der drückte das Leder ins eigene Tor. Pech für ihn, der an diesem Tag sein letztes Spiel in einer Karriere machte – und damit den Abstieg besiegelt haben könnte. Aber noch waren sechs Minuten offen, Freiburg zu diesem Zeitpunkt wegen der anderen Ergebnisse direkt abgestiegen.

Die freiburger (rot) fassungslos, die Hannoveraner (schwarz) in "Euphorie" (Frontzeck - Foto: Privat

Die Freiburger (rot) fassungslos, die Hannoveraner (schwarz) in „Euphorie“ (Frontzeck) – Foto: Privat

Seitens der Hannoveraner hätte man in diesen sechs Minuten das Ergebnis nur verwalten müssen, aber statt dessen vertändelte man auf einmal die Bälle leichtfertig und es ist irgendwie bezeichnend, dass ein fataler Fehler von Stindl den Gegentreffer in der 90. Minute einleitete. Dann gab es nochmals vier Minuten drauf!

In der vierminütigen Nachspielzeit mussten die Freiburger angreifen, denn mittlerweile stand es in Hamburg 2:1 für den HSV, in Paderborn 1:2 für Stuttgart – und damit waren die Breisgauer direkt abgestiegen. Als dann Schiri Stark abpfiff, waren sie das auch – und Hannover auf Platz 13 gerettet. Erster und wichtigster Heimsieg 2015. Für den geschafften Klassenerhalt war es erstaunlich ruhig im Rund der Arena, und die geschlagenen Freiburger schlichen vom Platz, einige mit Tränen in den Augen.

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