Erfolg der Polizei: Tatverdächtiger vom Raubmord in Stöcken festgenommen

26. Juni 2015 @

Die Meldung von Focus Online mit Bezug auf die Bildzeitung von heute Nacht (SN berichteten) hat sich bewahrheitet: Spezialeinsatzkräfte haben gestern Morgen gegen 5.10 Uhr einen 42-jährigen polnischen Staatsbürger in Dresden festgenommen. Er steht im Verdacht, im Dezember 2014 einen 21-jährigen Kunden in einem Supermarkt an der Weizenfeldstraße im hannoverschen Stadtteil Stöcken erschossen zu haben, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft nach einer Pressekonferenz hierzu mit. Aufgrund der Übereinstimmung von Tatortspuren, so das ballistische Gutachten sowie DNA-Spuren, konnten dem Täter insgesamt 17 Überfälle auf Supermärkte zugeordnet werden. Darüber hinaus prüfen die Ermittler Zusammenhänge zu 26 weiteren Taten im Bundesgebiet, führt die Polizei heute aus.

Polizei bestätigte heute den wahrscheinlichen Erfolg - Foto: JPH

Polizei bestätigte heute den wahrscheinlichen Erfolg – Foto: JPH

Umfangreiche Ermittlungen der Ermittlungsgruppe „Discounter“ des Zentralen Kriminaldienstes Hannover in enger Zusammenarbeit mit Beamten in den ebenfalls betroffenen Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Bayern führten auf die Spur des 42-Jährigen. Spezialeinsatzkräfte nahmen den Tatverdächtigen daraufhin gestern am frühen Morgen am Rastplatz „Dresdner Tor Nord“ in einem Auto fest. Im Fahrzeug fanden die Durchsuchungskräfte eine scharfe Schusswaffe und dazugehörige Munition und stellten sie sicher.

Der Waffentyp entspricht laut Polizei der bei den Überfällen verwendeten Schusswaffe. Insgesamt 13 Mal soll der Mann damit geschossen haben. Zudem führte ein Abgleich der Fingerabdrücke des 42-Jährigen nach der Festnahme zur Übereinstimmung mit an drei Tatorten gesicherten Fingerspuren. Darüber hinaus stimmt die DNA des Tatverdächtigen mit an zwölf Tatorten gesicherten Spuren überein. Das nunmehr als „dunkel“ erkannte Fahrzeug wurde zweimal bei Überfällen gesichtet, allerdings war dazwischen auch von „hellem Wagen“ die Rede. Den entscheidenden Hinweis gab das Handy des Polen, dass sich beim letzten Grenzübertritt ins deutsche Netz einloggte, so die Polizei. Daraufhin wurde das SEK alarmiert und auf die A 13 geschickt, wo sich das Telefon bewegte. Der Mann fuhr offensichtlich nach Dresden, um dort wieder zuzuschlagen.

Inzwischen vermutet die Polizei, dass sich der mutmaßliche Täter nach den Überfällen immer wieder nach Polen begab, wofür auch sein nach James Bond Manier ausgerüsteter Wagen spricht: Er konnte die korrekten polnischen Nummernschilder schnell gegen gestohlene deutsche austauschen, so die Staatsanwaltschaft.

Der 42-Jährige wurde heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover einem Haftrichter vorgeführt und ging anschließend in Untersuchungshaft.

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