Ein Jahr Handlungskonzept zum Radverkehr

26. April 2016 @

SEHNDE-NEWS. Die Region Hannover will mehr Menschen fürs Radfahren begeistern. Bis 2025 sollen im Durchschnitt 21 Prozent aller Wege in und um Hannover mit Tritt aufs Pedal zurückgelegt werden. Vor einem Jahr hat die Regionsversammlung deshalb das „Handlungskonzept Radverkehr“ beschlossen und zusätzliche Mittel von einer Millionen Euro jährlich bereit gestellt – für den weiteren Ausbau des regionalen Radwegenetzes, für die Modernisierung von Fahrradabstellanlagen und mehr Sicherheit für Radlerinnen und Radler. „Das Handlungskonzept  läuft  rund, unsere Maßnahmen greifen“, zog am Dienstag der Verkehrsdezernent der Region Hannover, Ulf-Birger Franz, eine erste Bilanz.

Elke van Zadel, Leiterin des Fachbereichs Verkehr der Region Hannover (v. l.), Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung der Region Hannover, und Sina Wenning vom Team Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement der Region, haben nach einem Jahr eine erste positive Zwischenbilanz des Handlungskonzepts Radverkehr gezogen – Foto: Region Hannover

Elke van Zadel, Leiterin des Fachbereichs Verkehr der Region Hannover, Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung der Region Hannover, und Sina Wenning vom Team Verkehrsentwicklung und Verkehrsmanagement der Region, (v.li.) haben nach einem Jahr eine erste positive Zwischenbilanz des Handlungskonzepts Radverkehr gezogen – Foto: Region Hannover

Etwa 800 Kilometer umfasst inzwischen das „Vorrangnetz für den Alltagsverkehr“ in der Region Hannover. Es ist für Radfahrende gedacht, die direkte und sichere Verbindungen zwischen Wohnort und Arbeitsstätte schätzen. Insgesamt sind für den Ausbau rund 90 Millionen erforderlich – 30 Millionen davon entfallen auf die Kreisstraßen, für die die Region verantwortlich ist. Auch Radschnellwege mit höherem  Ausbaustandard sind weiter in Planung, etwa zwischen Hannover und Lehrte. Das Handlungskonzept der Region ergänzt dabei das „Leitbild Radverkehr“ der Landeshauptstadt Hannover, das die Zielmarke bei 25 Prozent bis zum Jahr 2025 setzt. In den 20 anderen Regionskommunen sind im Schnitt gegenwärtig erst zwölf Prozent der Verkehrsteilnehmer mit dem Rad unterwegs, in zehn Jahren sollen es 18 Prozent sein.

Eine bessere Vernetzung der regionalen Radwege ermöglicht es Radfahrenden, zukünftig schneller ans Ziel zu kommen. Die Verkehrssicherheit verbessert sich zudem durch Umbaumaßnahmen in den Ortsdurchfahrten sowie an schwer einsehbaren Kreuzungen. Insgesamt sind zwölf Sofortmaßnahmen vorgesehen. Bei den Baumaßnahmen an Kreisstraßen hat der Radverkehr daher eine Priorität. Insgesamt werden dafür in diesem Jahr 1,56 Millionen Euro eingesetzt.

Mehr Fahrradabstellplätze sowie die Modernisierung bestehender Abstellanlagen steigern die Attraktivität des Radfahrens in den Städten und Kommunen. Die Region Hannover unterstützt dies ab diesem Jahr durch das sogenannte Bügelprogramm: Sie bestellt und finanziert pro Jahr rund 1000 Fahrradbügel, die die Städte und Gemeinden in eigener Verantwortung an Orten ihrer Wahl platzieren.

Radverkehr und ÖPNV sind in der Region Hannover keine Konkurrenten, sondern ergänzen sich in der intermodalen Wegekette. Konkret wird das bei den Angeboten zum Abstellen der Räder an Stationen und Haltestellen des ÖPNV (Bike&Ride) sowie bei den Möglichkeiten zur Mitnahme von Rädern in Bussen und Bahnen deutlich. Die Region will beide Angebote zukünftig noch attraktiver gestalten: Ein Förderbescheid des Bundesverkehrsministeriums liegt für beide Projekte bereits vor.

Neben der Förderung von Infrastruktur ist es wichtig, die Wahrnehmung des Radverkehrs in der Öffentlichkeit zu verbessern. Am Sonntag, 29. Mai, heißt es daher mittlerweile zum vierten Mal: „Stadtradeln – Wer radelt die meisten Kilometer in der Region Hannover?“ Los geht es am letzten Mai-Sonntag, 29. Mai, mit einer großen Fahrradsternfahrt über die Schnellwege Hannovers zum Aktionstag „Autofreier Sonntag“. Als weiterer Höhepunkt geht es am Sonntag, 5. Juni, gemeinsam von Hannover raus aufs Land zu einer „Stadtradeln-Landerleben-Tour“. Am darauf folgenden Wochenende, 12. Juni, unterstützt die Region den ADFC beim Familienradwandertag mit einer eigenen Station. Den Abschluss der Aktivitäten im Aktionszeitraum bildet am Freitag, 17. Juni, eine erstmals im Umland veranstaltete Velo-City-Night mit Start und Ziel in Langenhagen.

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