Deutsch lernen: Ein erster Schritt für den Zugang zu Bildung und Arbeit

19. Februar 2015 @

Das Ehepaar Ricarda und Udo Niedergerke hat am 12. Februar einen Scheck in Höhe von 8250 Euro an die AWO Region Hannover übergeben. Mit der Förderung finanziert die Stiftung einen dreimonatigen Deutschkurs für Flüchtlinge aus dem Sudan und der Elfenbeinküste. Die 15 Männer im Alter von 18 und 30 Jahren waren Anfang Dezember 2014 in Lehrte angekommen und werden seitdem von AWO Flüchtlingsberaterin Venera Peters betreut.

Ricarda und Udo Niedergehrke (2.u.3.v.li.) und Dr. Silke Lesemann (4.v.re.) bei der Scheckübergabe – Foto: Gaby Kujawa

Ricarda und Udo Niedergehrke (2.u.3.v.li.) und Dr. Silke Lesemann (3.v.re.) bei der Scheckübergabe – Foto: Gaby Kujawa

Flüchtlinge mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus haben keinen Anspruch auf einen Integrationskurs und damit das Erlernen der deutschen Sprache. „Ricarda und Udo Niedergerke haben mit ihrer Stiftung spontan auf die Situation der Flüchtlinge reagiert“, so AWO Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe. Die Tatsache, dass die jungen Männer mit zum Teil großen seelischen Belastungen nach Deutschland gekommen und hier zu Untätigkeit verdammt sind, habe beim Ehepaar Niedergerke hohe Betroffenheit ausgelöst. So wird neben den Kosten für den Deutschkurs auch allen Teilnehmern über die gleichzeitige Finanzierung einer Fahrkarte für drei Monate die Möglichkeit gegeben, Hannover und die Region kennenzulernen.

„Wir freuen uns sehr über diese Zuwendung“, sagt AWO Geschäftsführer Burkhard Teuber. Damit habe das Ehepaar Niedergerke eine hohe Verantwortung gezeigt. Auch wenn private Zuwendungen dauerhaft keine Lösung für das Problem sein könnten. „Ohne Sprachkurse können Flüchtlinge am Leben in Deutschland nur sehr eingeschränkt teilhaben“, betont Teuber. „Flüchtlinge müssen möglichst schnell gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Arbeit haben“, fordert AWO Vorstandsvorsitzende Dr. Silke Lesemann. Das Erlernen der deutschen Sprache sei der erste und notwendige Schritt.

Der Deutschkurs findet seit dem 12. Januar im AWO Beratungszentrum für Integrations- und Migrationsfragen in Hannover-Linden statt. „Es ist gut, wieder Struktur in den Alltag zu bekommen“, so ein Teilnehmer. „Die Termine des Kurses sind immer etwas, worauf ich mich jetzt freuen kann.“

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