Delegiertentreffen des Feuerwehrverbandes in Springe

11. Mai 2015 @

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Ortsfeuerwehr Springe und des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr Springe waren über 150 Delegierte zur Jahresversammlung des Feuerwehrverbandes Region Hannover in die Deisterstadt Springe gekommen. Höhepunkt der Veranstaltung war der Impulsvortrag von Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, zum Thema „Integration und Migration in der Feuerwehr“.

Viele Delegierte und Gäste waren ins Otto-Hahn-Gymnasium nach Springe gekommen – Foto: A. Jeschonnek

Viele Delegierte und Gäste waren ins Otto-Hahn-Gymnasium nach Springe gekommen – Foto: A. Jeschonnek

Die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe begann an diesem Tag mit ihrem Impulsvortrag zum Grundsatzthema des Tages, der Integration von Migranten unter anderem in das Freiwilligenwesen, vor allem der Feuerwehr. Dabei betonte sie zunächst den Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehren in der Region Hannover: „Helfen ist nicht Ihr Beruf, sondern Ihre Berufung und in den Freiwilligen Feuerwehren sind alle Schichten der Gesellschaften vertreten.“ Durch den steigenden Anteil von Zuwanderern an der Bevölkerung, stimme dies jedoch nicht mehr so ganz. Unter Einbeziehung der nachkommenden Generationen haben rund 23 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung einen Migrationshintergrund und sind bei weitem nicht in diesem Maße in den Feuerwehren vertreten. Genaue Zahlen darüber gibt es zwar nicht, aber „Die Potenziale der Zuwanderer werden bisher für unsere Gesellschaft viel zu wenig genutzt, auch bei den Feuerwehren“, betonte die Referentin. Sie rief daher dazu auf, unterstützt durch entsprechende Konzepte des Landes und des Landesfeuerwehrverbandes sowie der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr, verstärkt auf die Migranten zuzugehen.

Allerdings müssten oftmals erst Vorbehalte gegen die uniformiert auftretenden Feuerwehren ausgeräumt und Vertrauen aufgebaut werden, da in den Herkunftsländern schlechte Erfahrungen mit Uniformträgern gemacht wurden. Diese wurden vielfach als staatliche Repressionsorgane erlebt. Als positives Beispiel einer gelungen Teilhabe nannte Schröder-Köpf die Jugendfeuerwehr Lehrte, in denen auch Jugendliche aus Kenia und der Türkei aktiv seien und auch den Weg in die Einsatzabteilung fänden. Hier unterstützt auch die niedersächsische Imagekampagne www.ja-zur-feuerwehr.de, die mit mehrsprachigen Informationen auch die Entscheidungsträger in den oftmals noch patriarchischen Migrantenfamilien erreichen will.

Doris Schröder-Köpf hielt den Impulsvortrag zum Thema Integration – Foto: A. Jeschonnek

Doris Schröder-Köpf hielt den Impulsvortrag zum Thema Integration – Foto: A. Jeschonnek

Ein weiteres Thema war die unbefriedigende Ausbildungssituation an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK). Der Verbandsvorsitzende Karl-Heinz Mensing beklagte die äußerst niedrige Zuteilungsrate bei den Lehrgängen, die für die Region Hannover bei nur rund 35 Prozent liegt. Darauf ging dann auch Cora-Jeanette Hermenau, Dezernentin bei der Region Hannover ein, die berichtete, dass Innenminister Boris Pretorius in einem Schreiben die Angelegenheit zur Chefsache gemacht hat.

Klaus-Peter Grote, Vize-Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, forderte zudem, dass für die Komplettverlegung der NABK von Celle nach Scheuen zusätzlich zu Mitteln der Feuerschutzsteuer Landesmittel herangezogen werden müssen, da das Vorhaben sonst frühestens in zehn Jahren zu realisieren wäre.

Zum Abschluss der Versammlung zeichnete der LFV-Vizepräsidenten Klaus-Peter Grote die Kameraden Hartmut Jagau, Ortsbrandmeister in Abbensen, und Michael Helfers, Ortsbrandmeister in Brelingen, für ihre besonderen Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber aus. Der langjährige ehemalige Garbsener Stadtbrandmeister wurde ebenso wie der langjährige ehemalige Uetzer Gemeindebrandmeister Reiner Kobbe von Mensing zum Ehrenmitglied des Feuerwehrverbandes der Region ernannt.

Die Versammlung schloss dann mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne durch alle Delegierten und Gäste, begleitet durch den Musikzug der Ortsfeuerwehr Springe unter der Leitung von Dieter Hoffmann.

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