Betrug mit Fahrzeugen im großen Stil – Durchsuchungen und Festnahmen

15. Mai 2015 @

Bei einer großangelegten Durchsuchungsaktion von Polizei und Staatsanwaltschaft in der Region Hannover wegen mutmaßlichem banden- und gewerbsmäßigen Betrugs am Dienstag sind drei deutschlandweit agierenden Verdächtige im Alter von 32, 25 und 23 Jahren festgenommen worden und befinden sich jetzt in Haft, teilt die Polizei mit. Seit Ende 2014 führen die Staatsanwaltschaft Hannover und Beamte des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeidirektion Hannover umfangreiche Ermittlungen in dieser Angelegenheit.

Die tatverdächtigen Männer und Frauen haben sich laut Polizeiangaben wohl auf das betrügerische Erlangen von Kraftfahrzeugen spezialisiert. Dabei gehen die mutmaßlichen Bandenmitglieder nach Polizeiangaben arbeitsteilig vor und agieren in unterschiedlichen Funktionen: Unter anderem als Anbahner, Vermittler eines vorgetäuschten Kaufinteressenten, Begleiter oder Abholer.

SN-Polizei Region

Nach ausgedehnten Ermittlungen zugegriffen – Foto: Red

Dreh- und Angelpunkt der polizeilichen Ermittlungen sind Autos, die auf Internetportalen wie ebay oder mobile.de zum Kauf angeboten werden und dann durch betrügerisches Vorgehen in die Hände der Bande gelangt sein sollen. Die Tatverdächtigen hätten sich dabei nicht auf einen bestimmten Autotyp festgelegt, sich jedoch meist in der Preiskategorie 20 000 bis 40 000 Euro teurer Wagen bewegt – die Palette reiche vom VW Golf, BMW X6 über VW T5 bis zum Mercedes SLK, so die Beamten. Das bislang teuerste Auto, von dem die Ermittler wissen, ist ein Porsche Cayenne, der für 61 000 Euro angeboten worden war, und noch nicht wieder aufgefunden wurde.

Die Anbahnung eines „Kaufs“ folgte bisherigen Ermittlungen der Polizei zufolge einem gleichbleibenden Muster. Nach dem Durchforsten des Internets nach interessanten und lukrativen Angeboten nahmen deutschsprachige Mitglieder der mutmaßlichen Bande telefonisch Kontakt zu den Inserenten auf. Sie ließen sich vorab Personaldokumente und Fahrzeugpapiere zusenden, die sie anschließend für die illegalen Autoankäufe nutzten – angefüttert mit gefälschten Kaufverträgen, Bankdaten und ähnlichem.

Laut Polizei liefen die Käufe dann immer gleich ab: Im weiteren Verlauf erhöhten sie offensichtlich den Druck auf die Verkäufer und köderten sie mit schnellen Vertragsabschlüssen. Als Bezahlung avisierten sie ihnen „unwiderrufliche Bareinzahlungen“, die es de facto nicht gibt, oder Überweisungen. Die so erlangten Fahrzeuge wurden durch Strohmänner zum Teil mehrmals innerhalb kürzester Zeit bei unterschiedlichen Zulassungsstellen umgemeldet oder an Autohäuser und Einzelpersonen verkauft, nachdem sie zuvor meist in Garagen der Tatverdächtigen zwischengelagert worden waren.

Am Dienstag fanden in der Stadt Hannover und im Umland unter Beteiligung von Spezialeinsatzkräften insgesamt elf Durchsuchungen statt. Die Beamten nahmen die drei mutmaßlichen Haupttäter der mutmaßlichen Bande mit bereits vom Amtsgericht Hannover erlassenen Haftbefehlen in ihren Wohnungen fest. Nach ihrer Vorführung und Verkündung der Haftbefehle kamen sie in Untersuchungshaft, so die Polizei.

Darüber hinaus beschlagnahmten die Ermittler im Rahmen der Aktion drei vermutlich betrügerisch erlangte Fahrzeuge. Einen VW T4 vom Bodensee, einen Audi A5 aus Kempten am Allgäu und einen Audi A7 aus Lippe (NRW). Desweiteren stellten die Beamten einen fünfstelligen Geldbetrag und umfangreiches Beweismaterial sicher, das nun ausgewertet werden muss. Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei ruft alle Inserenten, die Autos zum Kauf anbieten, zur entsprechenden Vorsicht auf. Insbesondere sollten Verkäufer darauf achten, Dokumente im Vorfeld nicht per Mail zu verschicken und darüber hinaus ihren Wagen erst aus der Hand geben, wenn sie bereits das Geld erhalten haben und erst recht nicht auf Zahlungsversprechen eingehen.

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