AWO Hannover kritisiert Tarif-Ablehnung für Pflege-Azubis

22. Januar 2016 @

SEHNDE-NEWS. „Das ist ein echter Schlag ins Gesicht aller jungen Menschen, die in der Altenpflege eine Ausbildung machen wollen“, kommentiert Walter Richter, der Geschäftsführer des AWO Bezirksverbandes Hannover, die heutige Ablehnung der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages über die Ausbildungsbedingungen der Altenpflege in Niedersachsen durch den Tarifausschuss des Landes Niedersachsen.

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Pflege-Nachwuchs verdient nicht einheitlich – Logo: AWO

„Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels, in dem der Wettbewerb um Nachwuchs hart geführt wird, benötigt die Altenpflege einen Zuwachs an Attraktivität. Diese Chance wurde nun vertan“, so Walter Richter. Warum man gegen den Rat sämtlicher Experten die Tür für eine Aufwertung der Pflege insgesamt und für eine höhere Attraktivität der Ausbildung nun zugemacht hat, erschließe sich nicht. Die AWO hat zusammen mit der Diakonie, dem DRK und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband den Tarifvertrag für Auszubildende in der Pflege unterschrieben, der eine faire Vergütung und eine hohe Ausbildungsqualität sichert und für eine höhere Attraktivität des Pflegeberufes wirbt.

Der Tarifvertrag, den die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) und die Gewerkschaft ver.di schon Mitte Februar 2015 unterzeichnet hatten, vereinheitlicht die Höhe der Ausbildungsvergütungen, des Urlaubs und der Wochenarbeitszeit. Im Zuge der sogenannten „Allgemeinverbindlichkeit“ wäre er für alle der rund 6700 niedersächsischen Auszubildenden in der Altenpflege verbindlich geworden. Die landesweite Einführung tariflicher Mindeststandards hätte dem Wettbewerb über Lohndumping entgegen gewirkt und ihn stattdessen auf die Qualität und die guten Arbeitsbedingungen der jeweiligen Träger verlagert, so die Argumente der LAG FW und der Gewerkschaft ver.di. Diese Chance wurde nun vertan.

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