96 macht tolles Spiel – und fällt trotzdem nach unten

4. Mai 2015 @

Eigentlich hatte alles so angefangen, wie man es erwartet hatte: Wolfsburg machte das Spiel, nachdem Hannovers übliches Anfangsfeuerwerk abgebrannt war. Mit viel Druck startete der Gast wie von der Leine gelassen und verhinderte erfolgreiche Wolfsburger Angriffe. Doch nach etwa 15 Minuten flachte das Spiel der Gäste ab – ohne zählbaren Erfolg zu bringen.

Jimmy Briand kam nach der Pause und erzielte das 2:1 - Foto: JPH

Jimmy Briand kam nach der Pause und erzielte das 2:1 – Foto: JPH

Dafür übernahmen nun die Hausherren die Spielregie und zeigten, wo es langgehen wird. Schon in der 24. Minute erzielte Bas Dost (24.) aus spitzem Winkel das 1:0 – indem er Ron-Robert Zieler ins Gesicht schoss, von wo der Ball ins Tor ging. Von da war es nur noch eine Frage der Zeit, wann der nächste Treffer fallen würde. Die Antwort gab Ivan Peresic in der 45. Minute mit einem herrlichen Schuss aus rund 25 Metern in den rechten oberen Winkel von Zielers Gehäuse – unhaltbar. Der Halbzeitpfiff beendete eine zu diesem Zeitpunkt inzwischen relativ einseitige Partie – und die Zuschauer überlegten, wie viele Tore die Gastgeber denn wohl noch schießen würden.

Doch entgegen den üblichen 96-er Gepflogenheiten wechselte Frontzeck in der Halbzeit aus – und sorgte damit für die erste Überraschung. Andreasen und Joselu, von denen zumindest letzterer nicht allzu viel gezeigt hatte, wurden ersetzt durch Kenan Karaman und Jimmy Briand. Briand kam dabei erstmals in der Mitte zum Einsatz, Karaman zurückhängend im Mittelfeld. Und während sich die Beobachter und Trainer Dieter Hecking noch fragten, was dieser Wechsel wohl sollte, klingelte es im Wolfsburger Tor. Flanke von links auf den Kopf von Briand und Benaglio (47.) griff ins Leere. Der Anschluss war hergestellt.

Und jetzt war plötzlich das schwere Spiel der Wolfsburger gegen Neapel zu erkennen oder die Hannoveraner hatten Mut getankt, denn nun lief alles wieder wie zu Beginn des Spiels. Erfolgreich war jetzt die Abwehrarbeit der Gäste und vorn zeigten sie Einsatz. Der wurde in der 57. Minute gekrönt, als der sehr gute Sané mit einem Fallrückzieher unhaltbar für Benaglio ins linke obere Tor-Eck traf – Marke: Tor des Monats.

Salif Sané gehörte nicht nur wegen seines Treffers zum 2:2 zu den besten 96ern - Foto: JPH/Archiv

Salif Sané gehörte nicht nur wegen seines Treffers zum 2:2 zu den besten 96ern – Foto: JPH/Archiv

So sehr sich die Hausherren auch bemühten, ein weiteres Tor gelang ihnen nicht, denn plötzlich konnte 96 auch Abwehrarbeit – und ein Ergebnis halten. Unerwartet und zu Recht kehrten die Hannoveraner mit einem Punkt aus Wolfsburg zurück – und haben derzeit doch nichts davon. Denn die Mitabstiegskandidaten Paderborn und Hamburg waren in der Lage, sich drei Punkte aus ihren Auswärtsspielen auf Konto schreiben zu können. Deshalb steht Hannover trotz einer ausgezeichneten Leistung in der zweiten Halbzeit erstmals auf einem direkten Abstiegsplatz. Dort steht mit gleichem Punktekonto aber besserem Torverhältnis Freiburg direkt vor ihnen, und es trennt sie jeweils ein Punkt nach oben vom 15 und 14 Platz.

Am kommenden Spieltag trifft nun Hamburg auf Freiburg (Freitagabend) und Paderborn auf Wolfsburg (Sonntag). Hannover spielt Sonnabend zuhause gegen die nach Robin Dutt wiedererstarkten Bremer, die sich noch Chancen auf einen Europa League Platz erhoffen – und deshalb die drei Zähler aus Hannover benötigen. Wie würde Korkut gesagt haben: „Wir erwarten ein zähes Spiel.“ Aber bei Frontzeck sollte man vielleicht eher sagen: „Ein spannendes.“

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