Stadt Sehnde richtet Telearbeitsplätze ein

4. Dezember 2015 @

„Die Bezahlung ist nicht das einzige Kriterium für einen attraktiven Arbeitsplatz. Flexibilität, Eigenverantwortung, wertschätzende Führungskultur und moderne Arbeitsplatzausstattung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle“, so Martina Erhardt aus dem Fachdienst Organisation und Recht. Deshalb hat die Stadt Sehnde jetzt auch den Verwaltungsbereich geprüft und zunächst zehn Arbeitsplätze zu „Telearbeitsplätzen“ erklärt.

Seit Dezember ist hier Telearbeit eingekehrt - Foto: JPH

Seit Dezember ist hier Telearbeit eingekehrt – Foto: JPH

Mit dem Personalgewinnungskonzept hat sich die Stadt Sehnde zu einem Selbstverständnis als moderne, familienfreundliche Arbeitgeberin bekannt; dazu gehört auch die familienfreundliche Telearbeit. Eine Arbeitsgruppe um Ehrhardt hat die Studienergebnisse ausgewertet und die Arbeitsbedingungen festgelegt. So darf maximal ein Tag in der Woche als Telearbeit geleistet werden – oder auch zweimal ein halber Tag. Mindestens ein Tag der Woche muss als Präsenztag im Rathaus abgeleistet werden. Kitas, Bauhof und Bürgerbüro sind beispielsweise von dem Konzept ausgenommen.

Die Einführung von Telearbeit im Oktober 2015 ist für den Verwaltungsvorstand und den Rat ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des Personalgewinnungskonzepts. Dies zeigt sich auch in der Tatsache, dass die Stadt gleich mit 10 Telearbeitsplatz-Ausstattungen ins Rennen geht und weitere für das kommende Jahr eingeplant sind. Vier Anträge wurden bereits positiv beschieden. Diese Mitarbeiter, zwei Frauen und ein Mann können bereits im Dezember anfangen, Teile ihrer Arbeit zu Hause zu erledigen. Eine weitere Mitarbeiterin beginnt im Januar. Weitere Interessenten haben sich bereits gemeldet. Zur Sicherheit und „Funktionserhaltung“ sind in der Stadtverwaltung vier „Dauerunterschriftsberechtigte“ festgelegt worden, so dass kein Verwaltungsvorgang wegen Telearbeit zuständiger Entscheider liegenbleiben muss.

Das Sehnder Modell für Telearbeit bietet ein sehr hohes Maß an Flexibilität. „Die Mindestzeit für die Telearbeit und für die Präsenzzeit am Arbeitsplatz liegt bei jeweils 20 Prozent der Wochenarbeitszeit“, sagt Ehrhardt. Der Rest regelt sich durch Absprachen. Wann und wieviel von zu Hause aus gearbeitet wird, stimmen die Fach- und die Führungskräfte direkt miteinander ab. So kann beispielweise stundenweise von zu Hause gearbeitet werden oder auch ganze Tage.

Ab sofort soll mit Telearbeit auch die Produktivität durch eigene Zeiteinteilung steigen - Foto: JPH

Ab sofort soll mit Telearbeit auch die Produktivität durch eigene Zeiteinteilung steigen – Foto: JPH

Die Telearbeitenden müssen lediglich einen Internet- und Telefonanschluss und Büromöbel zur Verfügung stellen. Von der Stadt erhalten sie einen Laptop mit Zugang zum Sehnder Server. Den Telearbeitenden stehen alle Anwendungen und Daten zur Verfügung, die sie auch an ihrem Büro-Arbeitsplatz benutzen. Zukünftig wird vor jeder Stellenausschreibung geprüft, ob der Arbeitsplatz auch für Telearbeit geeignet ist und das Ergebnis findet sich in der Stellenanzeige wieder.

Mit der Einführung von Telearbeit verbessert sich nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern auch die Attraktivität der Stadt als Arbeitgeberin. Damit hofft die Verwaltung, vorhandenes Personal zu halten und einen Vorteil im Wettbewerb um neues Personal auszubauen. Zusätzlich ist Telearbeit nachweislich wirtschaftlich, denn sie erhöht die Produktivität der Mitarbeiter durch erhöhte Motivation, geringere Ablenkung und geringere Fehlzeiten. Und Sehnde-News kann man dann auch in Ruhe lesen.

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