SPD Sehnde unterstützt Bürgerstiftung – Gründungsworkshop geplant

16. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Die SPD der Stadt Sehnde hat mitgeteilt, dass sie die Gründung der geplanten Bürgerstiftung, die der Bürgermeister der Stadt Carl Jürgen Lehrke beim Neujahrsempfang angeregt hatte, voll umfänglich unterstützen wird. Bereits vor fünf Jahren, so teilt die Partei mit, wurde aus den Reihen der Sozialdemokraten von Wolfgang Toboldt eine solche Gründung öffentlich gefordert. Nach der Kommunalwahl 2011 war das Projekt dann jedoch wieder in der Schublade verschwunden.

Dr. Silke Lesemann, Regine Höft und Olaf Kruse (v.li.) diskutierten über die Bürgerstiftung - Foto: JPH

Dr. Silke Lesemann, Regine Höft und Olaf Kruse (v.li.) diskutierten über die Bürgerstiftung – Foto: JPH

„Als wir das Projekt damals vorgeschlagen hatten, war das Interesse bei den anderen Parteien gering“, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, Olaf Kruse. „Jetzt haben Frau Glandorf und Frau Peters, die Gleichstellungsbeauftragten, das Projekt aufgegriffen und in der Verwaltung vorgetragen. Und wir werden es unterstützen, denn was damals gut war, ist heute nicht schlecht.“ Eine Bürgerstiftung als verbindendes Dach für Vereine und Verbände, so die Ansicht der SPD, kann mehr Mittel zum Wohle der ehrenamtlichen Arbeit durch Spenden und Schenkungen akquirieren, wie Beispiele aus anderen Orten zeigen. Ein Grundproblem dabei dürfte zum heutigen Zeitpunkt sein, dass eine Stiftung von Zinsen und anderen Erträgen des Schenkungskapitals „lebt“ und damit Gutes tut. Da hat jedoch die Europäische Zentralbank eben einen großen Riegel vorgeschoben, indem sie das Kapital ohne Zinsen ausgibt – was sich bei den Banken natürlich fortsetzen wird.

„Doch trotz fehlender Zinsen lohnt sich eine Bürgerstiftung“, sagt Dr. Silke Lesemann im Gespräch. „Außerdem könnte der ‚Verein zur Förderung gemeinnütziger Zwecke in der Stadt Sehnde‘ darin aufgeben. Dazu wurden bereits Gespräche geführt und danach wäre es denkbar“, so die Sehnder SPD-Vorsitzende. Außerdem könnte sich nach Auffassung der SPD die Stadt selbst einbringen, um das Stiftungsgrundkapital von 50 000 Euro zusammenzubringen – wobei die Frage offen blieb, ob sich rechtlich Steuergeld überhaupt in eine Stiftung einbringen lässt. „Wichtig ist für Spender, dass sie sicher sein können, ihr Geld bleibt in Sehnde“, so Kruse.

Die Ursprungsidee zur Stiftung kam vom Regionsabgeordneten Wolfgang Toboldt - Foto: JPH

Die Ursprungsidee zur Stiftung kam vom Regionsabgeordneten Wolfgang Toboldt – Foto: JPH

Ein weiteres Problem, dass sich bereits 2011 stellte, gilt es auch jetzt zu lösen. Damit die Bürgerstiftung Unabhängigkeit zeigt und bewahrt, muss die Führung – der Stiftungsrat – unbedingt aus Personen bilden, die in keinem politischen Amt oder Dienst in der Stadt stehen; auch das damals ein Hinderungsgrund. Was sich als Stiftungsethik und daraus resultierend als Stiftungsziel ergeben soll, das soll in einem Workshop erarbeitet werden, den interessierte Bürger und Bürgerinnen in den nächsten Tagen besuchen können. Dort soll sowohl über Ziele, die juristische Konstruktion sowie die aktiven Maßnahmen zur Generierung von Kapital beraten werden. Dabei, so Kruse, soll die neue Stiftung nicht in Konkurrenz von anderen gemeinnützigen Vereinen treten, wie dem Civitan Club, der Kirche oder Fördervereinen der Feuerwehren. Offen allerdings blieb, wie das bei den limitierten Ressourcen vermieden werden soll. So liegt die Verantwortung für diese Abgrenzung ebenfalls bei der Gründungsversammlung und dem Team zur Erarbeitung der Stiftungsgrundlagen.

„Wir wollen die Parteipolitik aus der Stiftung raushalten“, versichert Kruse. „Sie soll unabhängig für Sehnde arbeiten – und eine Pflanze werden, die gut gedeihen kann.“ Zu dem Workshop zur Gründung wird die Stadtverwaltung in den Ratssaal einladen – eigentlich sollte der Termin bereits am morgigen Mittwoch liegen, doch eine Bestätigung war dafür noch nicht zu erhalten.

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