SPD besucht Bio-Hof Kiebitz

31. August 2015 @

Auf ihrer zweiten Reise der Sommertour 2015 hat die Sehnder SPD am Freitag den Bio-Hof Kiebitz in Rethmar besichtigt und sich über die Produktionsmodalitäten informiert. Dabei waren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen von der Intensität der erforderlichen Landbearbeitung durch Pflanzung, Düngung und Pflanzumbruch überrascht.

Die SPD unter Führung von - Foto: JPH

Die SPD unter Führung von Franz Sautmannm Olaf Kruse und Antje Wilke-Rampenthal sahen sich den Betrieb Kiebitz an – Foto: JPH

Acht Besucher der SPD um den Fraktionsvorsitzenden Olaf Kruse und die Ortsbürgermeister Regine Höft (Sehnde), Gisela Neuse (Ilten) und Matthias Jäntsch (Rethmar) hatten sich am Freitagnachmittag in Rethmar eingefunden, um unter Leitung der Eigentümer des Bio-Hofes Kiebitz, Antje Wilke-Rampenthal und Franz Sautmann, den Produktionsbetrieb zu besichtigen. Dabei sind die beiden Betriebe, die Produktion des Hofes in Rethmar und der Verkauf der Produkte über den Bio-Laden Kiebitz in Sehnde und über Marktangebote, wirtschaftlich getrennt.

Geschichtlich begann der Bioanbau der beiden Besitzer im Jahr 1990 im Alter von 25 Jahren mit 1,5 Hektar Fläche, gepachtet von den Eltern. „Wir wollten etwas eigenes machen“, so Franz Sautmann zur Einleitung. „Und wir wollten Einfluss auf den Preis und den Verkauf behalten.“ Im gleichen Jahr wurde der Betrieb Mitglied bei Bioland. „Zunächst erfolgte der Verkauf noch vom eigenen Hof aus, 1994 wurde er in eine Filiale in Sehnde verlegt – und ist nun ganz modern inzwischen an der Iltener Straße“, erklärt Antje Wilke-Rampenthal. Darüber hinaus werden die Produkte nur noch über eigene Marktbeschickung verkauft. So erreichen 80 Prozent der Erzeugnisse den Endverbraucher. Fünf Prozent gehen an den Naturkostgroßhandel, 15 Prozent an Wiederverkäufer, beispielweise andere Bioland-Höfe.

Auch das Außengelände mit Bluemnkohl, Melonen und Staudensellerie begutachteten die besucher - Foto: JPH

Auch das Außengelände mit Bluemnkohl, Melonen und Staudensellerie begutachteten die besucher – Foto: JPH

„Rund 50 Gemüsearten haben wir hier im Anbau“, so Sautmann. „Man kann nicht überall alles anbauen. Das muss zum Betrieb passen“, fügt der Gemüsebauer hinzu. „Spargel und Kartoffeln gehen hier nicht.“ Neben den Gemüsen wie Salat, Tomaten, Paprika, Mohrrüben und Auberginen bietet der Hof noch 15 verschiedene Arten von Äpfeln, Beerenobst und Birnen eigener Ernte an. Und auch Melonen sind im Freiland dabei. Bei den Gemüsen gibt es nicht nur alle paar Tage eine neue Ernte, sondern die Pflanzen werden auch nach einem aufeinander aufbauenden Plan übers Jahr in den Gewächshäuser in Rethmar ausgetauscht. „Wir machen aber alles noch wie vor 25 Jahren, als wir anfingen. Nur größer und mit mehr Personal“, so Sautmann. Und der Betrieb bildet auch aus. Neben rund 17 Arbeitskräften, saisonal und dauerhaft beschäftigt, sind auch bis zu drei Azubis zum Gemüsebauer auf dem Hof und zudem noch Studenten, Schüler und Praktikanten im Sommer. Im Vertrieb arbeiten etwa 35 Kräfte, davon rund 20 auf den Wochenmärkten.

Am Schluss des Besuches probierten die Gäste die Erzeugnisse des Biohofes - Foto: JPH

Am Schluss des Besuches probierten die Gäste die Erzeugnisse des Biohofes – Foto: JPH

Zudem hat der Bio-Hof Kiebitz fast ein Monopol in der Region auf derart angebautes Gemüse. Lediglich in Neuwarmbüchen und Hiddestorf gibt es noch entsprechende Betriebe. „Der Besitzer des Hofes in Neuwarmbüchen ist hier bei uns ausgebildet worden“, schmunzelt Sautmann. Dabei bedingt die Bioland-Zertifikation bestimmte Arbeitsweisen und die Verwendung bestimmter, extra zugelassener Stoffe. Allerdings kauft der Betrieb die jungen Pflanzen fertig ein, eine eigene Zucht wäre zu aufwendig. Denn die vorhandenen Gewächshäuser sind sogenannte Kaltgewächshäuser, zur Pflanzenzucht müssten diese beheizt sein.

Auch die tägliche Ernte ist aufwendig. „Morgens raus zur Ernte, dann Gemüse waschen, den Verkauf organisieren oder die Einlagerung ins Kühlhaus vornehmen. Viel Urlaub bleibt da nicht übrig“, so Wilke-Rampenthal. Aber andererseits kann der Verbraucher sicher ein, ein absolut vertrauenswürdiges Bio-Produkt zu erhalten, wo genau das drin ist, was draufsteht. Mit dieser und vielen weiteren neuen Erkanntnissen verabschiedeten sich die Gäste der SPD wieder vom Bio-Hof Kiebitz in Rethmar.

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