Sommertour der Sehnder SPD/Grünen-Gruppe führt ins Kraftwerk

25. Juli 2018 @

Die Gruppe SPD-B’90/Die Grünen im Rat der Stadt Sehnde führt in den sitzungsfreien Sommermonaten eine so genannte „Sommertour“ durch. Dabei besuchen die Lokalpolitiker Betriebe und Institutionen insbesondere in Sehnde, um sich vor Ort über deren Struktur und Aktivitäten und Planungen sowie Wünsche an die Kommunalpolitik zu informieren.

Die Besuchergruppe auf dem Kraftwerksgelände – Foto: SPD

Der erste Besuch in diesem Jahr führte am Freitag, 20. Juli, ins Kraftwerk nach Mehrum. Hier wurde die Gruppe von dem für Öffentlichkeitsarbeit und Besuchergruppen zuständigen Mitarbeiter, Helmut Süß aus Sehnde, begrüßt. Nach einer kurzen Information über die Geschichte des Kraftwerks, die aktuelle Situation im Zusammenhang mit der Energiewende sowie einer Sicherheitsbelehrung ging es in den Betriebsbereich.

Im Kraftwerk sind aktuell 115 Mitarbeiter und zehn Auszubildende beschäftigt; zu Zeiten mit den inzwischen demontierten Altanlagen waren es einmal über 300. Der im Kesselhaus „hängende“ Kessel hat im Füllzustand ein Gewicht von rund 10 000 Tonnen. Während des Verbrennungsprozesses der Steinkohle wird das Wasser im Kessel auf 540 Grad erhitzt und der sich bildende Wasserdampf mit einem Druck von 200 bar in die Turbine geleitet. Der angekoppelte Stromgenerator produziert den elektrischen Strom, der dann über das Leitungsnetz in die Haushalte abgegeben wird. Der dabei durch die Turbine strömende Dampf wird anschließend wieder zu Wasser kondensiert und gelangt danach erneut in das 600 Kilometer lange Rohrleitungssystem im Kessel – und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Das Kraftwerk Mehrum sieht man oft von Sehnde aus so – Foto: JPH

Die bei der Verbrennung entstehenden Rauchgase werden in den Rauchgasreinigungsanlagen mit Katalysator, Elektrofilter, und Entschwefelungsanlage von Stickoxiden, Flugasche und Schwefeldioxid weitestgehend befreit. Die hierbei entstehenden Nebenprodukte, wie die Flugasche und der Rohgips, der in der Entschwefelungsanlage anfällt, werden in vollem Umfang an die Baustoffindustrie weitergegeben. Die beim Verbrennungsprozess im Kessel anfallenden Schlacken werden als Schotter im Straßenbau eingesetzt.

Bei voller Auslastung werden so 750 Millionen Watt Strom produziert. Die Menge reicht aus, um die Region Hannover mit gut 1 Million Menschen und den hier angesiedelten Betrieben mit elektrischer Energie zu versorgen. Dafür werden pro Jahr etwa 1 Millon Tonnen Steinkohle benötigt, wovon bei voller Leistung täglich bis zu 6000 Tonnen für die Stromproduktion erforderlich sind. Ihre Anlieferung erfolgt in Binnenschiffen über den Mittellandkanal. Dabei beträgt die Lagerkapazität im Kohlehafen rund 500 000 Tonnen, was dann für 90 Tage Volllastbetrieb reicht.

Der Besuchergruppe wurde eindrucksvoll erläutert, was alles erforderlich ist, damit der Strom zuverlässig zu Hause aus der Steckdose kommt. Die beiden größeren Stromausfälle der letzten Monate im Stadtgebiet Sehnde haben gezeigt, wie wichtig für uns in der heutigen Zeit eine störungsfreie Stromversorgung ist. Mehr Informationen zum Kraftwerk findet man auf dessen Homepage.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.