Sommertour 2016 der SPD-Ratsfraktion beginnt in Höver

4. Juli 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Die SPD-Stadtratsfraktion Sehnde veranstaltet jedes Jahr in den Sommermonaten eine sogenannte „Sommertour“, in der sie Betriebe in Sehnde besichtigt, um sich vor Ort über deren Struktur und Aktivitäten, Planungen sowie Wünsche an die Kommunalpolitik aktuell zu informieren.

Der seltene Blick in den Brennofen, an dem Bernd-Henning Reupke erläutert, wie der funktioniert – Foto: D. Puhl

Der seltene Blick in den Brennofen, an dem Bernd-Henning Reupke erläutert, wie der funktioniert – Foto: D. Puhl

Am vergangenen Freitag besuchten die Kommunalpolitiker als erstes auf der Tour 2016 das Werk von LafargeHolcim in Höver. Dort wurde die Gruppe um den Fraktionsvorsitzenden Olaf Kruse von Bernd-Henning Reupke, Leiter Arbeitssicherheit und Umweltschutz, begrüßt und nach einer kurzen Einkleidung durch das Werk geführt.

In seiner Begrüßung wies Reupke darauf hin, dass der Bau des Werks in Höver bereits 1907 begann und die Produktion schon 1908 aufgenommen wurde. Derzeit arbeiten in dem weltweit operierenden Konzern in dessen mehr als 200 Werken mehr als 100 000 Mitarbeiter, davon 200 in Höver, darunter 24 Auszubildende für verschiedene Berufe. Zu den hier angebotenen Ausbildungsberufen gehören Baustoffprüfer, Elektroniker für Betriebstechnik, Industriekaufmann und -frau, Industriemechaniker sowie Bachelor of Science (BA) in Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen. An den anderen Standorten der Firma werden darüber hinaus weitere Ausbildungsberufe angeboten. Die gute Zusammenarbeit mit der KGS Sehnde zeigt sich im Angebot Holcims von Praktikumsplätzen sowie der Teilnahme an der in der Schule regelmäßig abgehaltenen Ausbildungsmesse.

Nach der erforderlichen Sicherheitseinweisung und einer Ausstattung mit persönlicher Schutzausrüstung, bestehend aus Sicherheitsweste, Helm, Schutzbrille und Gehörsschutz, ging es dann auf den Weg über das rund 14 Hektar große Gelände.

Aus dem "Leitstand" wird die Herstellung vollelektronisch gesteuert – Foto: D. Puhl

Aus dem „Leitstand“ wird die Herstellung des Zements vollelektronisch gesteuert – Foto: D. Puhl

Im Werk in Höver beträgt der Stromverbrauch im Rahmen der Zementherstellung jährlich mehr als 100 Millionen Kilowattstunden. Mit einem betriebsinternen Energiemanagement wird erreicht, dass dieser Verbrauch über die Jahre kontinuierlich gesenkt wurde. Aus den jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen abgebauten Mergels werden zirka 1 Millionen Tonnen Zement gewonnen. Die Rechte zum Abbau dieses Mergels, der bis zu 30 Metern Tiefe erfolgt, reichen zurzeit bis zum Jahr 2050. Rekultivierungsziel des so genannten „Mergelbruchs“ ist am Ende ein See. Nach Beendigung des Abbaus wird es jedoch nach aktuellen Berechnungen der Firma noch zehn bis 20 Jahre dauern, bis die Grube dann komplett mit Wasser gefüllt ist.

Die Auslieferung des Endprodukts Zement erfolgt dann vorwiegend über Lastkraftwagen, aber auch mit Binnenschiffen über die Verladeanlage am Mittellandkanal. Kernstück bei der Produktion ist der Brennofen mit einem Durchmesser von 5,60 Metern und 80 Meter Länge, der zu über 80 Prozent mit sogenannten „Ersatzbrennstoffen“, dem Fluff, betrieben wird. Mit ihm wird im Betriebszustand eine Temperatur von 1400 Grad Celsius im Ofen erzeugt. Aufgrund erforderlicher Wartungsarbeiten und der damit notwendigen Abschaltung des Brennofens bot sich den Teilnehmern der Tour die einmalige Gelegenheit, einen Blick direkt in den Ofen zu werfen.

Die nächste Besichtigung der SPD-Fraktion im Rahmen der Sommertour findet am 15. Juli beim Golfplatz in Rethmar statt.

 

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