Region will Hilfen für Frauen in Gewalt- und Wohnungsnotfällen erweitern

27. November 2018 @

Aktuell bieten die drei Frauenhäuser in der Region Hannover mit insgesamt 51 Familienplätzen von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern eine geschützte Unterkunft. Der Bedarf an diesen Plätzen ist gestiegen, parallel dazu hat sich die Dauer des Aufenthalts der Frauen und Kinder im Frauenhaus verlängert – weil häufig geeignete Anschlusswohnungen fehlen. Auch für die Unterbringung von Frauen in Wohnungsnotfällen ist der fehlende Wohnraum ein großes Problem. Die Regionsverwaltung hat nun zwei Konzepte entwickelt, mit denen sowohl die Hilfen für Frauen in Gewaltsituationen als auch für Frauen in Wohnungslosigkeit nachhaltig ausgebaut werden sollen. Hierfür stellt die Region für 2019 über 1,2 Millionen Euro und ab 2020 jährlich mindestens 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Frauen in Notsituationen brauchen schnelle und flächendeckende Hilfeangebote: Thomas Heidorn, Leiter des Fachbereichs Soziales, Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für soziale Infrastruktur, Regionspräsident Hauke Jagau und Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, bei der Vorstellung der beiden Konzepte – Foto: Region Hannover/S. Wendt

Vier große Bausteine umfasst das Konzept zur Weiterentwicklung der Hilfen für gewaltbetroffene Frauen: So soll eine neue Notaufnahmestelle für Frauen und ihre Kinder – das „FrauenHaus.24“ – etabliert werden, die täglich 24 Stunden erreichbar ist. Außerdem ist geplant, ein weiteres gesichertes Frauenhaus vorzugsweise im Umland einzurichten und damit die Anzahl der Plätze von derzeit 51 Familienplätzen für Frauen und ihre Kinder schrittweise auf 117 Plätze regionsweit zu erhöhen.

Weitere Konzept-Bausteine sind die Einrichtung von Übergangswohnformen sowie die gezielte Suche nach passenden Wohnungen für die betroffenen Frauen und ihre Kinder nach Auszug aus dem Frauenhaus. Für diese vier Maßnahmen sind in 2019 über eine Million Euro eingeplant. Ab 2020 stellt die Region Hannover für die weitere Umsetzung der Konzeptionierung 1,4 Millionen Euro in den Haushalt.

Für die Umsetzung des Konzepts zur Weiterentwicklung der Hilfen für Frauen in Wohnungsnotfällen sind zunächst 816 000 Euro für die nächsten drei Jahre veranschlagt. Nach wie vor gibt es keine verlässlichen Angaben über die Anzahl wohnungsloser Frauen in der Region.

Das Konzept sieht vor, die Beratungsstelle „Szenia“ mit einer zusätzlichen halben sozialpädagogischen Stelle zu erweitern. Außerdem sollen Angebote für sozialpädagogisch begleitete Formen des Übergangswohnens geschaffen und ausgebaut werden. Hierzu gehört auch das laufende Projekt „FrauenZimmer“ der SeWo, das Frauen in Wohnungsnot vorübergehende Wohnplätze und Betreuung bietet. Ein weiterer Baustein ist auch hier die Akquise und Vermittlung passender Wohnungen. Zudem wird die Region gemeinsam mit dem Jobcenter Region Hannover zusätzliche Maßnahmen für die Integration in Ausbildung und Arbeit entwickeln.

Am heutigen Dienstag tagen der Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Gesundheit und der Ausschuss für Gleichstellung, Frauenförderung und Integration gemeinsam, um über die Konzepte abzustimmen.

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