Kommt Sole aus der Asse nach Sehnde?

23. Juni 2017 @

Der Betreiber der Asse, die Asse GmbH, will sein Solewasser aus der Oberflächensickerung „irgendwann“ auch in der Grube „Bergmannssegen-Hugo“ in Sehnde verpressen. Derzeit wird das Wasser aus dem Deckgebirge des Asse-Salzstocks industriell verwertet und, im Ausweichfall, in der Grube Mariaglück in Höfer bei Celle versenkt. Die aber wird nun langsam voll und die Firma ist laut Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke dabei, eine neue  Ausweichlösung für die rund elf bis zwölf Kubikmeter Sole täglich zu erschließen.

Sole aus der Asse könnte nach Sehnde kommen – Logo: Asse GmbH

Daher habe die Betreibergesellschaft der Asse nun bei K+S angefragt, die Sole gegebenenfalls nach Sehnde in Tankzügen zur Verfüllung anliefern zu können. Dazu wird eine Entladestation in Sehnde benötigt. Das Anliefern, so der Bürgermeister heute Abend vor dem Rat, soll dabei frühestens 2018 anlaufen. Zuvor müssten die erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden. Die Bürgermeister der beiden betroffenen Städte, Lehrte und Sehnde, waren am Dienstag von der Planung informiert worden, Klaus Sidortschuk hat seinen Stadtrat gestern und Carl Jürgen Lehrke den Sehnder heute unterrichtet.

Im Rahmen der Antragstellung, so Lehrke, kommt auch der Sehnder Stadtrat ins Spiel und mit ihm der zuständige Fachausschuss für Städteplanung und Umwelt. Dabei sind derzeit konkrete Anlieferungen noch offen, betont Lehrke.

In einer Pressemeldung nimmt der Asse-Betreiber heute ebenfalls zu der Planung Stellung und stellt dabei fest:  „Die notwendige Entsorgung des radiologisch unbedenklichen Asse-Salzwassers konnte mit einer weiteren Alternative abgesichert werden. Ein Vertrag zwischen der Asse-GmbH und der K+S Entsorgung GmbH ermöglicht es, das Salzwasser zum stillgelegten Bergwerk „Bergmannssegen – Hugo“ bei Sehnde zu transportieren. Diese Vereinbarung kann je nach Bedarf und Kapazitäten für einen Teil des Asse-Salzwassers gelten. Die vertraglich geschlossene Entsorgungsoption in Sehnde stellt somit eine „Redundanz-Lösung“ dar. Für die Erstellung der vorgesehenen Annahmeeinrichtungen sind bautechnische Fragestellungen zu bearbeiten und die erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Anlieferungen von Salzwasser aus dem Bergwerk Asse sind konkret bis auf weiteres nicht geplant.“

Unter den Kaliberg kann auch Oberflächen-Salzwasser aus der Asse – Foto: JPH

Und weiter heißt es: „Seit Anfang des Jahres nimmt eine Firma außerhalb von Niedersachsen das Salzwasser zur weiteren industriellen Verwertung an. Dies umfasst derzeit Mengen von rund 11 Kubikmetern täglich. Falls die Mengen größer werden oder der Vertrag mit der Firma enden sollte, steht mit dem Bergwerk bei Sehnde eine weitere Alternative zur Sicherung des Betriebes der Schachtanlage Asse zur Verfügung.“

Demzufolge scheint die Verklappung in Sehnde wohl bereits erlaubt, eine Beteiligung der Stadt in einem Genehmigungsverfahren ist wahrscheinlich nur im Rahmen des Baus des Entladeterminals erforderlich und möglich. Aber die Asse GmbH beruhigt die Sehnder in der Pressemeldung auch: „Den größten Teil der Menge, zwischen zehn und elf Kubikmetern täglich, fängt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) oberhalb der Einlagerungskammern mit den radioaktiven Abfällen auf. Die Flüssigkeiten kommen daher nicht in Kontakt mit den in der Asse eingelagerten Abfällen und sind radiologisch unbelastet. Regelmäßige Messungen belegen die Unbedenklichkeit des Wassers. Die dabei gemessenen Werte, beispielsweise für den radioaktiven Stoff Tritium, unterschreiten die Grenzwerte für Trinkwasser um das Zwanzigfache.“ Laut Internetseite der Asse zu den Messwerten wurden beispielweise in der Zeit vom 19.12. bis 21.12.2016, bei einer abgegebenen Wassermenge von 344 Kubikmetern, Tritium mit 2,0 (Aktivitätskonzentration in Becquerel pro Liter) und Cäsium-137 „unter der Nachweisgrenze“ gemessen. Messergebnisse aus dem Jahr 2017 waren heute nicht gelistet. Die Ergebnisse der Messungen können Bürgerinnen und Bürger im Internet einsehen.

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