Gewerbeflächenumsatz in der Region deutlich gestiegen

19. Juli 2017 @

Erneut im Aufwärtstrend: Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr ist der Gewerbeflächenumsatz in der Region Hannover wieder um 58 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Gewerbeflächenmonitorings, das die Region Hannover jedes Jahr herausgibt. 2016 wurden insgesamt 64 Hektar Gewerbeflächen veräußert, im Vorjahr waren es noch 40,4 Hektar. Der Flächenverbrauch liegt damit wieder leicht über dem langjährigen Mittel. Seit 1992 wurden im Schnitt 62,3 Hektar pro Jahr umgesetzt.

Diese Fläche könnte für die Logisitik in Frage kommen – Foto: JPH/Archiv

Kommunen mit den höchsten Flächenumsätzen waren die Landeshauptstadt Hannover mit 17,6 Hektar, Lehrte mit 16,4 Hektar und Burgwedel mit 8,4 Hektar. Über 70 Prozent der Grundstückskäufer stammen aus der jeweiligen Standortkommune. Veräußert wurden ebenfalls mit über 70 Prozent kleinere Flächen mit bis zu 5000 Quadratmetern Größe. Der Umsatz von Flächen mit Autobahnanbindung, das heißt maximal zwei Kilometer bis zu einer Anschlussstelle, war mit 38 Prozent leicht rückläufig: Im Vorjahr waren es noch 49 Prozent.

Für große Logistikansiedlungen werden zusammenhängende Flächen von mindestens fünf Hektar in unmittelbarer Autobahnnähe benötigt, die auch nachts eine Belieferung mit Lastwagen erlauben. Davon gibt es derzeit nur etwa 50 Hektar, die allerdings noch keinen gültigen Bebauungsplan besitzen. Insgesamt sind rund 627 Hektar im gesamten Regionsgebiet potenziell als Gewerbefläche nutzbar, aber nur etwa 79 Hektar dieser sogenannten Vorschauflächen könnten kurzfristig einen Flächennutzungs- und Bebauungsplan erhalten.

„Das seit mehreren Jahren rückläufige Gewerbeflächenangebot und der geringe Anteil sofort verfügbarer Flächen mit Autobahnanbindung bereitet uns nach wie vor Sorgen“, sagt Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover. „Wir sind aber zuversichtlich, dass bis zum Jahresende auch wieder große, autobahnnahe Grundstücke für Logistikansiedlungen bereitgestellt werden können.“

„Wir wollen uns bei der Flächenvorsorge nicht allein auf Logistikansiedlungen fokussieren, denn auch für produktionsorientierte Branchen oder wissensintensive Dienstleistungen werden dringend attraktive Gewerbeflächen benötigt“, sagt Alexander Skubowius, Leiter des Fachbereichs Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover. „Die verschiedenen Nutzergruppen haben jedoch spezifische Standortansprüche. Dazu haben wir gemeinsam mit den Kommunen eine Bestandsaufnahme und Bewertung aller Flächenpotenziale in Auftrag gegeben. In die Bewertung fließen nicht nur Flächen auf der grünen Wiese, sondern auch Gewerbebrachen, Baulücken oder sonstige Entwicklungspotenziale in bestehenden Gewerbegebieten ein.“ Ende des Jahres sollen diese Ergebnisse vorliegen.

Das Gewerbeflächenmonitoring 2017 steht im Internet zum Download bereit.

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