Ganztagsschulen ausbauen statt Container hinstellen

25. Juli 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Mit der Einrichtung der zwölf neuen Hortplätze in Ilten in neu angemieteten „mobilen Raumeinheiten“ (Container) ist zwar ein dringender Bedarf zunächst bedient worden, doch die Grundlösung mit Ganztagsschulen ist viel zu lange auf Eis gelegt worden, so meinen das SPD-Stadtratsmitglied Wolfgang Toboldt und der Ortsbürgermeister von Höver, Ronald Siegismund. Ihr gemeinsamer Vorwurf: Die Stadt zögert zu lange bei der Einrichtung von Ganztagsschulen.

Die Wilhelm-Raabe-Schule soll nun schleunigst Ganztagsschule werden, fordert Wolfgang Toboldt - Foto: JPH

Die Wilhelm-Raabe-Schule soll nun schleunigst Ganztagsschule werden, fordert Wolfgang Toboldt – Foto: JPH

Toboldt verweist dabei auf die Angabe zu den Containern in Ilten (siehe SN-Bericht), dass die Container bis zum Ende des Schuljahres 2018 gemietet sind – und die Stadt bis dahin die Wilhelm-Raabe-Schule in eine Ganztagsschule umwandeln will. Er führt dazu aus: „Obwohl die SPD-Fraktion seit Jahren die unverzügliche Einrichtung einer Ganztagsschule in Ilten fordert und damit dem nachgewiesenen Elternwillen nachkommen will, ist von einer schnellen Einrichtung durch die Stadtverwaltung nichts zu spüren.“

Zudem, so ist aus Ilten zu hören, lehnte die ehemalige Schulleiterin die Ganztagsversion für ihren Verantwortungsbereich ab – und so war es auch in Höver. Dort wünschten der Ortsrat und die Elternvertretung laut Ortsbürgermeister Ronald Siegismund „schon seit vielen Jahren […] die Grundschule in eine Ganztagsschule umzuwandeln“. Erste Gespräche in Höver führten dann auch zu einer Annäherung mit dem Lehrkörper, außer jedoch mit dem amtierenden Schulleiter. Doch bei einem zweiten Treffen war dann alles anders – der Lehrkörper unterstützte die Planung nicht mehr, und die Umwandlung war in weiter Ferne. Und auch da hatte sich der Schulleiter durchgesetzt: Er „hat mir dann in den Folgejahren, in denen der Ortsrat immer die Einführung einer Ganztagsschule gefordert hat, regelmäßig gesagt: ‚Herr Siegismund, wenn ich in den Ruhestand gehe, bekommen Sie Ihre Ganztagsschule bestimmt‘.“

Auch die Grundschule Höver soll zügig den Ganztagsbetrieb aufenhmen - Foto: JPH

Auch die Grundschule Höver soll zügig den Ganztagsbetrieb aufenhmen, will Ronald Siegismund – Foto: JPH

Dabei gab es für die Schule in Höver sogar ein erstes Konzept, wie Siegismund mitteilt. Das muss für die Iltener Schule allerdings noch erarbeitet werden. Es hätte also nach Ansicht der beiden SPD-Politiker schon längst etwas geschehen können im Vorfeld, um sofort auf die Pensionierung der Rektoren reagieren zu können, meint Toboldt. „Die Verwaltung und auch Teile des Rates finden seit Jahren Gründe, weshalb etwas nicht geht, anstatt nach Lösungen zu suchen. Erst lag es an der bisherigen Schulleitung, jetzt muss sich die neue Schulleitung erst einarbeiten. Es gibt mehr Bedenkenträger als Umsetzer“, wirft er den Verantwortlichen in Rat und Rathaus vor.

Fakt ist, dass nach dem sogenannten Ganztagserlass ein Antrag auf Errichtung einer Ganztagsschule, egal ob als offene oder gebundene Ganztagsschule geplant, bis zum 1. Dezember dieses Jahres gestellt werden muss, damit die Landesschulbehörde für den 1. August 2017 die entsprechenden Ressourcen (Stunden, Budget etc.) einplanen kann. Der Antrag kann vom Schulträger Stadt Sehnde, der Schule oder dem Schulelternrat gestellt werden; bei einem Antrag der Schule oder des Elternrates muss aber das Einvernehmen mit dem Schulträger hergestellt werden.

Hier sieht Toboldt dringenden Handlungsbedarf: „Wenn ein solcher Antrag bis zum 1. Dezember nicht gestellt ist, kann eine Ganztagsschule frühestens zum 1. August 2018 errichtet werden. Dann sind die Kinder, deren Eltern sich in der Elternbefragung für eine Ganztagsschule ausgesprochen haben, schon fast raus aus der Grundschule.“ Auch Siegismund sieht umgehenden Handlungsbedarf, und will kein Aufschieben mehr. Man sollte „auch bedenken, dass bei der 1. Elternbefragung zum Thema gerade in Höver die höchste Zustimmung und Dringlichkeit durch die Eltern erteilt oder festgestellt wurde.“

Statt Containerdörfer zu erweitern, sollen die Schulen schnell umgewandelt werden - Foto: JPH

Statt Containerdörfer zu erweitern, sollen die Schulen schnell umgewandelt werden – Foto: JPH

Denn nachdem der Antrag eingereicht ist, hat der Schulträger, die Stadt Sehnde, immer noch rund ein Jahr Zeit, Zusatzbauten zu errichten. Für Höver weist Siegismund darauf  hin, “ dass das Ensemble von Krippe, Kita, Hort und Schule auf städtischem Boden mit vorhandenen Flächenreserven in Sehnde einmalig ist“ – und sich damit zügig verwirklichen ließe.

„Von einer Familienstadt erwarte ich mehr Flexibilität und Handlungsbereitschaft. Ich fordere die Stadtverwaltung auf, noch in diesem Jahr einen Antrag zu stellen und schnell zu handeln“, verlangt Toboldt – und vielleicht ließe sich ein Ratsbeschluss dazu ja noch in der Ratssondersitzung am 18. August unterbringen. Reaktionen wegen anderer Anlässe gehen ja auch durchaus schnell.

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