Es staubt vom Kaliberg?

21. Oktober 2015 @

In der Sitzung des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung und Bauaufsicht ging es einmal mehr um die Staubbelastung, die auf den Westrand von Sehnde, vornehmlich auf den Stauffenbergring und die Vorsteher-Rust-Straße, niedergeht. Das sorgt bei den Anwohnern immer wieder für Ärger und Verdruss (siehe SN-Bericht) und war zuletzt auch Thema im Ortsrat. Nun hatte der Ausschuss unter Leitung von Hartmut Völksen die Firma gebeten, die Belastungszahlen einmal vorzutragen.

Die Messmethode wurde einleitend dargestellt - Foto: JPH

Die Messmethode wurde einleitend dargestellt – Foto: JPH

Die Firma K+S war an diesem Abend durch Privatdozent Dr.-Ing. Albrecht Palm und Dipl.-Ing. Julia Baumeister von der Firma upi aus Stendal sowie Ingo Bartelt, Betriebsleiter der K+S Baustoffrecycling, im Rathaus vertreten. Palm trug über den Berichtzeitraum vom Mai 2008 bis Dezember 2014 vor. Zunächst stellte er das Messnetz aus dem Jahr 2008 und seine Veränderungen im Laufe der Zeit dar. Dann sprach er über die gesetzlichen Grundlagen und die Messtechnik, für die Bergbaurecht gilt.

Die aktuellen Messstellen sind gelb eingezeichnet - Foto: JPH

Die aktuellen Messstellen sind gelb eingezeichnet – Foto: JPH

In Mitteleuropa gibt es vornehmlich West bis Südwestwinde an 280 Tagen im Jahr. Die zielen natürlich genau über die Halde auf den betroffenen Bereich Sehndes. Deshalb stehen Messgeräte westlich der Halde im „Anstromwind“, wobei diese Messtellen zwischen 21,2 und 72,1 Milligramm pro Tag (mg/t) anzeigten. „Im Raum haben sie zwischen 100 und 150 Milligramm pro Tag“, erklärte Palm den Anwesenden. Auf der anderen Bergseite, im „Abwind“, stehen sechs Messstellen, die maximal 66,4 Milligramm pro Quadratmeter und Tag anzeigten. „Das sind immer nur 10 bis 20 Prozent des erlaubten Grenzwertes“, stellte Palm fest. „Die außerhalb der Windrichtung stehende Messstelle 12 zeigt wegen der dortigen Feldwirtschaft Maximalwerte von 229 Milligramm pro Quadratmeter und Tag an“, so Palm. „Selbst dort ist es zu keinem Zeitpunkt zu einer Überschreitung des Grenzwertes von 350 Milligramm gekommen. Die Jahresmittelwerte liegen stets unter 100 Milligramm.“ Dabei kann es zu Einzelüberschreitungen kommen, doch das ‚Mittel‘ entscheidet, so die TA Luft.“

Eine Liste der Messstellen stellte Plam auch vor - Foto: JPH

Eine Liste der Messstellen stellte Plam auch vor – Foto: JPH

Allerdings werden in dieser Art der Erfassung Tageswerte nicht ermittelt, sondern nur ein 30 Tage Durchschnitt. Das Gesetz führt auch aus, dass gelegentliche Belästigungen unter dem Grenzwert hinzunehmen sind, wenn geeignete Maßnahmen zur Reduzierung ergriffen werden, wie beispielweise die Bewässerung. Auch bezüglich eventueller Giftstoffe gibt Palm Entwarnung: „Enthalten sind bauschutttypische Bestandsstoffe oder Salze, aber in keinen auffälligen oder gar toxischen Höhen – und kein Feinstaub.“ Abschließend stellte Betriebsleiter Ingo Bartelt vor dem Fachbereichsausschuss fest: „Wir verstoßen auch nach Aufsichtsbehördenfeststellungen nicht gegen Auflagen.“ Denn auch das für die Halde zuständige Bergamt prüft diese Messergebnisse.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.