Diskussion um B 65 in Ilten

23. April 2016 @

SEHNDE-NEWS. Der Bundestagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende der hannoverschen SPD, Dr. Matthias Miersch, war am Donnerstag zu einem Informationsgespräch an die B 65 nach Ilten gekommen. Dort warteten rund 15 Gesprächspartner, darunter der SPD-Fraktionsvorsitzende des Stadtrates Olaf Kruse, die Sehnder Ortsbürgermeisterin Gisela Neuse, Ortsratsmitglieder Klaus-Walter Digwa (Rethmar), Cord Waschke (Bilm) und Regine Höft (Sehnde). Ziel des Gesprächs war es für den Besucher, sich ein Bild von den durch die Bundesverkehrswegeplanung entstandenen Problemen zu machen.

Matthias Miersch (mi.) diskutierte mit Klaus-Walter Digwa, Olaf Kruse, Cord Waschke, Gisela Neuse, Regine Höft (v.li.) und mehreren Bürgern - Foto: JPH

Matthias Miersch (mi.) diskutierte mit Klaus-Walter Digwa, Olaf Kruse, Cord Waschke, Gisela Neuse, Regine Höft (v.li.) und mehreren Bürgern – Foto: JPH

„Wir verfolgen die Debatte um den Bundesverkehrswegeplan, und da vor allem die um die B 65, sehr intensiv. Und auch die Stellungnahmen aus anderen Bereichen“, sagte Miersch eingangs. „Wenn man etwas ändern will, muss man schon gute Argumente haben, ein einfaches ‚wir wollen das nicht‘ reicht nicht aus.“ Deshalb diskutierte die Runde auch sehr intensiv über „Mautvermeidungsstrecke“, Ertüchtigung der A 2 mit den besten Mitteln der jeweils aktuellen Technik  und den vorhandenen Naturschutz. Gerade dort brachte Waschke ein Bespiel für den Naturschutz aus dem geplanten Bereich der B 65-Trase zwischen Ilten und Bilm. Dort hatte ein Eigentümer in dem Naturschutzgebiet eine kleine Hütet an seine Teich gebaut, die er „wegen des Vorrangs des Naturschutzes in dem Bereich“ wieder abreißen musste. Zudem lebten in der Trasse zahlreiche seltene, auf der Roten Liste weit oben stehende Vögel und uralte Eichen. Kruse verlangte auch, dass Verkehrsprobleme da gelöst werden müssten, wo sie entstünden, also auf der A 2 selbst. Außerdem habe man in Sehnde den Eindruck, dass das Ministerium bezüglich der Planung mit veralteten Daten arbeite.

Ortsbürgermeisterin Gisela Neuse führte auch die Nahversorgung mit Bäcker, Schlachter Getränkemarkt und Discounter an, die sich in Ilten entlang der B 65 nur mit der Vorgabe angesiedelt hatten, dass die Strecke nicht geschlossen würde. Käme jetzt die Umgehung, so Neuse, wäre die Nahversorgung Am Park und damit in Ilten selbst weg. Da auch Bilm an dieser Versorgung „hänge“, denn dort gibt es kein Geschäft, würde die B 65 dann auch gleich noch den Ort abschneiden, der sich auf Grund der Lage mit der im Osten und Süden liegen Mergelgrube und dem geplanten SüdLink dann nach Ahlten, also in eine andere Stadt, umorientieren müsste. Schulkinder andererseits müssten auf dem Weg in die Grund- und in die Förderschule in Ilten und die KGS in Sehnde die Bundesstraße mehrfach am Tag queren.

Olaf Kruse verwies zudem darauf, dass sich die Ortsräte am Dienstag zuvor nahezu einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen haben, ebenso wie der Fachbereichsausschuss 4 wenig später. Der Rat selbst wird sich in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag mit der Planung befassen und sich sicher auch dagegen aussprechen. Dass sich aus Rethmar mit der Ortsrätin Gunda Jänke (CDU) eine Stimme für den Ausbau östlich der dortigen Ortschaften ausgesprochen habe, führte Kollege Digwa darauf zurück, dass die Straßensanierung erst 2017 geplant sei und solange Lärm und Schwingungen im Ort entstünden. Evern und Haimar, durch die der Verkehr ebenfalls zieht, sind saniert und haben  keine Probleme mehr damit.

Die Brücke der B 65 über die Schleuse ist marode und für LKW mit 12+ Tonnen gesperrt - Foto: JPH

Die Brücke der B 65 über die Schleuse ist marode und für LKW mit 12+ Tonnen gesperrt – Foto: JPH

Anwesende Anlieger aus Ilten hoben nochmals die A 2 in den Vordergrund und führten an, dass eine einspurige B 65 keine „Umleitung“ für die A 2 sein können, zumal die B 65 hinter Ilten nicht weiter ausgebaut würde – und hier die nächsten Engpässe lägen mit den maroden Brücken und ausgelasteten Kreiseln in Hannover, die nicht im Plan stünden, mehr und schwerer Verkehr also nicht aufgenommen werden könne.

Abschließend sagte Miersch noch, dass die Gemeinde Hohenhameln mit dem Ortsteil Mehrum sehr für die Umgehung votiere, dabei eigentlich aber gar nicht richtig von der Verlegung betroffen sei. Nun gälte es, die Argumente vorzubringen und im Bundestag abzuwägen. „Da“, so Miersch, „haben die Sehnder Ortsräte und die Stadtverwaltung bisher gut vorgearbeitet. Ich meine auch, dass man die A 2 als Ursache angehen muss. Nach diesen Detail-Infos leuchtet mir die Ablehnung ein.“

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