Darf im Papenholz für die KGS gefällt werden – könnte es Bauvoranfrage klären?

24. März 2016 @

Da scheinen sie sich auch nicht ganz sicher gewesen zu sein, die Damen und Herren des Stadtrates von Sehnde, als es um den An- oder Ausbau der KGS in der letzten Ratssitzung ging. Strittig war nämlich nicht nur die Konstruktion, die Höhe und der Platz der Erweiterung, sondern auch der mögliche Eingriff in das eigentlich geschützte Papenholz. Irgendwie geschützt, muss man wohl sagen, denn der genaue Eingriff und die Veränderungsmöglichkeiten sind umstritten. Deshalb fiel auch der Beschluss, erst einmal eine Bauvoranfrage an die Region Hannover als Baugenehmigungsbehörde zu stellen.

Der SPD-Vorschlag würde einen Teilabriss des BHH links bedeuten - Foto: JPH

Der SPD-Vorschlag würde einen Teilabriss des BHH links bedeuten – Foto: JPH

Immerhin sechs verschiedene Varianten hatten die Ratsmitglieder zur Auswahl, als es um die Erweiterung der KGS im Hinblick auf erforderliche neue Klassenräume ging. Dabei hatte im Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung und Bauaufsicht die SPD-Fraktion eine sechste erst ins Spiel gebracht. Die hatte die Stadtverwaltung zur Ratssitzung dann schon ausgeplant und in die Entscheidungsfindung eingearbeitet. Dazu kam dann noch der Antrag der Fraktion Die Grünen/B 90, die eine komplett neue Schule als IGS auf die grüne Wiese setzen wollen – in Sehnde, Rethmar oder Ilten.

Hier soll der Neubau nach den Wünschen der CDU entstehen - Foto: JPH

Hier soll der Neubau nach den Wünschen der CDU entstehen – Foto: JPH

Jede der sechs Möglichkeiten am Papenholz hat Vor- und Nachteile. Die gilt es, gegeneinander abzuwägen, um die beste Lösung herauszufinden. Aber einige, nämlich die am Bonhoefferhaus (BHH) und zwischen Mensa und BHH, greifen alle mehr oder weniger tief in den Baumbestand des Papenholzes ein. Und dagegen sind natürlich die Grünen strikt und die SPD eingeschränkt. Aber möglicherweise stellt sich die Frage nach Eingriffsmöglichkeiten in diesen „Stadtwald“ gar nicht mehr, meint Angelika Thomaier, Stadtratsmitglied der Grünen. „Laut Chronik der Stadt darf dort nicht gefällt werden“, erklärt sie gegenüber SN. „Es handelt sich um eine geschützte Landschaft, das wurde vor zwei Jahren geändert.“

Die möglichen Lösungen der Varianten 1-5 im Überblick - Foto: JPH

Die möglichen Lösungen der Varianten 1-5 im Überblick – Foto: JPH

Unabhängig von den Einwänden der vier Personen starken Fraktion der Grünen dagegen, den Bau in das Papenholz zu setzen, hat der Stadtrat nun beschlossen, wegen zwei der möglichen Varianten eine Bauvoranfrage bei der Region zu stellen. Dabei geht es um den kompletten Neubau zwischen Mensa und BHH (viele Baumfällungen – CDU) oder den Teilabriss oder Abriss des BHH mit neuem dreistöckigem Anbau (weniger Baumfällungen – SPD). Je nach Antwort könnte die Stadtverwaltung dann den Bebauungsplan aufstellen – wenn und wie in das Papenholz eingegriffen werden darf.

Ob die Region allerdings die Lage dort so richtig kennt, wenn sie der Sehnder Stadtrat nicht sicher darstellen konnte, steht zumindest im Moment in Frage. Sicher ist jedoch, dass, wenn es zu Baumfällungen kommen müsste, weiterer Diskussionsbedarf bestände – und die Schule trotzdem schnell erweitert werden muss. Doch auch da hat Thomaier einen Ansatz. „2011 war ja der Platz neben der Mensa, auf dem derzeit die Container der Oberstufe stehen, für einen Ausbau vorgesehen“, erinnert sie sich – und andere.

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