Baugebiet „Keramische Hütte“ in Sehnde nimmt Fahrt auf

8. August 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Bisher war es eine Planung ins Blaue und durch Räumungsklagen verzögert, nun beginnen die richtigen Maßnahmen: Das Baugebiet „Keramische Hütte“ auf der Fläche der ehemaligen Sehnder Ziegelei wird diese Woche durch den Ortsrat Sehnde und den Fachbereichsausschuss 4 „Stadtentwicklung und Bauaufsicht“ sowie eine Woche später durch den geheim tagenden Verwaltungsausschuss beraten und, wenn nichts unvorhergesehenes passiert, verabschiedet.

Hier soll demnächst der Abriss beginnen - Foto: JPH

Hier soll demnächst der Abriss beginnen – Foto: JPH

Seit drei Jahren besteht die Absicht des Besitzers, der Stadt Sehnde und des Investors Dolphin Capital aus Langenhagen, auf der alten Fläche etwas Neues zu entwickeln. Dabei handelt es sich den Angaben von Dolphin zufolge um rund 70 Wohneinheiten, untergebracht in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Doch wenn auch die Planung schon lange vorliegt, die dort noch ansässigen Firmen wollten den Bereich nicht räumen – und so musste zunächst gerichtlich der Weg dafür freigemacht werden. Nun sind die Bereiche geräumt, obwohl noch zahlreiche „Altlasten“ auf dem Grundstück lagern, so Altreifen und Schrottteile, ein alter Öltank und sicher noch einiges andere.

An insgesamt 106 Stellen wurde das Gelände untersucht - Foto: JPH

An insgesamt 106 Stellen wurde das Gelände untersucht – Foto: JPH

Damit hatte sich in der zurückliegenden Zeit im Rahmen der Bauvorbereitung die Firma AWIA Umwelt GmbH befasst und ein Gutachten basierend auf 78 Probenentnahmen und 28 Bohrungen im April erstellt. Bis zu einer Tiefe von drei Metern wurde dabei kein Grundwasser gefunden. Die Oberflächen wurden unter anderem auf Arsen, Schwermetalle sowie PCB analysiert.  „Die Untersuchungen ergaben in keinem Fall Hinweise auf Altlasten. Im Bereich der ehem. Schweröltanks wurden oberflächennahe Bodenverunreinigungen durch den Öl-Leitparameter KW-Index festgestellt. Hier kann durch Bodenaustausch im Zuge der geplanten Abrissmaß­nahmen eine einfache Problembeseitigung erfolgen. Im Bereich einer Freifläche an der westlichen Grundstücksgrenze wurde eine erhöhte Chrom-Belastung im Oberboden detektiert. Auch hier wurde Bodenabtrag empfohlen; bis dahin sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich“, so das Gutachten dazu im Wortlaut.

Der Wohnpark soll auf dem ehemaligen Hüttengelände entstehen. Der rote Bereich gehört nicht dazu. - Foto: JPH

Der Wohnpark soll auf dem ehemaligen Hüttengelände entstehen. Der rote Bereich gehört nicht dazu. – Foto: JPH

Ebenso gibt es eine schalltechnische Untersuchung vom 7. Juli der Firma Bonk-Maire-Hoppmann sowie ein Fledermausgutachten von Dr. Niermann aus Laatzen. Danach sind für die dort lebenden Populationen von Braunen Langohrfledermäusen und Zwergfledermäusen Ersatzquartiere für Sommer und Winter zu erstellen. Überraschenderweise hat eine Luftbildauswertung für diesen Bereich eine mögliche Belastung mit Blindgängern ergeben, so dass der Bereich durch die Kampfmittelbeseitigung zu prüfen sein wird.

Inzwischen hat die Stadtverwaltung Sehnde sowohl einen Flächennutzungsplan mit einem Nachtrag sowie den erforderlichen Bebauungsplan erstellt. Diese Pläne werden diese Woche sowohl heute im Ortsrat sowie morgen im Fachbereichsausschuss öffentlich beraten und darüber abgestimmt (siehe gesonderten SN-Bericht). Am 15. August, vor der eingeschobenen Stadtratssitzung am 18. August, werden die Pläne im Verwaltungsausschuss beraten. Danach soll die öffentliche Auslegung erfolgen.

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