Anfrage der Grünen zum Naturschutz in Sehnde: Wegerandstreifen

7. März 2017 @

Wegraine durchziehen wie ein Netz die intensiv genutzte Agrarlandschaft und leisten hier einen wertvollen Beitrag zum Natur-und Landschaftsschutz. Obwohl sie meist schmal sind, haben sie eine große Bedeutung, denn sie grenzen auf ganzer Länge an landwirtschaftlich genutzte Flächen und bilden damit ein wichtiges naturnahes Kontaktbiotop in der Agrarlandschaft.

Auf Wegrainen leben zahlreiche Tier-und Pflanzenarten der Kulturlandschaft. Weil auf Äckern gepflügt, gedüngt und mit Pestiziden gespritzt wird, sind im Gegensatz dazu die ungenutzten, ganzjährig verfügbaren Wegraine besonders wichtig als Lebensräume.

Im Randstreifen leben viele Pflanzen und Tiere – Foto: JPH

Eine Reihe von Arten, die durch die Intensivierung der Landbewirtschaftung verdrängt werden, haben hier Ersatzlebensräume und oft letzte Rückzugsgebiete gefunden. Auch in Grünlandgebieten sind ungenutzte Randstreifen und Wegraine als Saumbiotope wichtig. Dauerhaft bewachsene Wegraine schützen zudem den Boden und landwirtschaftliche Flächen vor Abtrag durch abfließendes Niederschlagswasser und beugen der Bodenerosion vor.

Nach Paragraph 39 Absatz 5 Nummer 1 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, nicht landwirtschaftlich genutzte Flächen so zu behandeln, dass die Tier oder Pflanzenwelt erheblich beeinträchtigt wird. Dies stellt der Stadtrat Florian Schuchardt (Grüne/B 90) nach Absprache mit Wilfried Brauns (Grüne/Ortsrat Dolgen) gegenüber der Stadtverwaltung in einem Schreiben fest. Daraus resultiert dann seine Anfrage  zum Thema Naturschutz in diesen Randstreifen. So möchte er von der Stadtverwaltung wissen:

1.Welche kommunale Ebene ist für die Kontrolle der Einhaltung der Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes zuständig?
2.Welche Maßnahmen wurden bisher getroffen, um eine unzulässige Mitbenutzung von Wegerandstreifen zur landwirtschaftlichen Nutzung zu verhindern?
3.In welchen Umfang werden zum jetzigen Stand in der Stadt Sehnde Wegerandstreifen von Landwirten unzulässig mitgenutzt (Angabe in Hektar)?
4.Welche Bestimmungen zu den Abständen liegen in Sehnde vor?
5.Welche Absprachen gibt es mit dem Realverband?
Vor kurzem erst soll laut Regionsversammlungsvorschlag eine Randstreifenlage zwischen Sehnde und Laatzen zum Naturschutzbereich erklärt werden (siehe SN Bericht).

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