Zuckersüßes im Regionalmuseum

3. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Wieder einmal gibt es zuckersüßes im Regionalmuseum Sehnde auf dem Gutshof in Rethmar zu sehen. Jeden Sonntag können die Besucher sich dort noch einmal in die Zeit der Zuckerherstellung im Raum Sehnde und Lehrte, aber auch darüber hinaus in andere Länder der Bundesrepublik zurückversetzen. Zwar sind viele Fabriken inzwischen geschlossen, aber in der am Sonntag eröffneten Ausstellung wird vieles wieder lebendig.

Franz Hesse (vo.li.) trug zur Geschichte des Zuckers vor - Foto: JPH

Franz Hesse (vo.li.) trug zur Geschichte des Zuckers vor – Foto: JPH

Rund 60 Besucher konnte der Vorsitzende des Vereins, Erhard Niemann, am Sonntag um 15 Uhr begrüßen, als der die Ausstellung, die auf Wunsch vieler Besucher aus dem Umland nach drei Jahren nochmals gezeigt wird, begrüßen. Darunter waren die Ortsbürgermeisterin von Sehnde, Regine Höft, die Vorsitzende des Civitan Clubs Renate Grethe und der Fraktionsvorsitzende der CDU im Stadtrat Hartmut Völksen. Als besonderen Gast stellte Niemann den Gästen Franz Hesse vor, der als Leiter des Agricenters von Nordzucker den Besuchern eingangs etwas über die Geschichte des Rübenzuckers, die 1750 begann, erzählte. Dabei waren so bekannte Namen wie Andreas Sigismund Marggraf, erster beim Extrahieren von Rübenzucker, und Franz Carl Achard, der 1802 die erste Fabrik in Cunern/Schlesien erbaute und den Zuckergehalt der Rüben auf fünf Prozent steigerte. 1865 erreichte die Zuckerherstellung Nordstemmen und 1869 Clauen; 1876 kam Sehnde hinzu. Zunächst warf die Erzeugung große Gewinne ab, später aber kam es zu zahlreichen Fusionen, weil die Erträge einbrachen. Einen neuen Boom gab es mit der Teilung nach dem II. Weltkrieg, als die Kapazitäten der Ostzone wegbrachen.

Intensiv wurde über das neue Modell der Lehrter Fabrik diskutiert - Foto: JPH

Intensiv wurde über das neue Modell der Lehrter Fabrik diskutiert – Foto: JPH

Ende 1960 wurde dann die „Zuckermarkordnung“ eingeführt, die die Preise und Produktionsmengen bis 2016 festschrieben. Nun fällt diese Marktregelung, aber die Nordzucker als Nachfolger der vielen Fabriken im Sehnder Raum sieht sich nach dem Worten von Hesse gut aufgestellt. Heute wachsen rund neun Rüben auf dem Quadratmeter, die Zuckermenge der einzelnen Runkel beträgt etwa 18 Prozent. Abschließend sprach Hesse eine Einladung an die Besucher aus, sich die Fabriken in Clauen oder Uelzen einmal selbst anzusehen.

Detailliert bis zum Autoreifen sind die Modelle aus Verpackungskartons - Foto: JPH

Detailliert bis zum Autoreifen sind die Modelle aus Verpackungskartons – Foto: JPH

Das kann man im Vorfeld aber auch schon einmal im Museum. Dorthin hat Nils Kehrel dieses Mal 14 Modelle mitgebracht, darunter auch das angefangene der Lehrter Fabrik, das bereits 2013 nachgefragt worden war. Mit filigraner Modellbautechnik stellt er die historischen Anlagen dar und verbessert sie kontinuierlich, wenn er neue Unterlagen erhält – so wie an diesem Tag von Brigitte Thomas, die ihm ein Buch zur Fabrik in Schöppenstedt und Bilder zur Sehnder Raffinerie mitbrachte. Und dann wurde durch ihn die 16. Sonderausstellung des Regionalmuseums Sehnde zum Zucker in der Ostregion Hannovers offiziell eröffnet.

Der Eintritt ist frei und das Museum ist im Ausstellungsraum barrierefrei zu begehen.

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