Sonderausstellung zum „Bundessortenamt“ im Regionalmuseum eröffnet

2. Juni 2017 @

Das Regional-Museum blickt in seiner neuen Sonderausstellung auf die 70-jährige Geschichte des ehemaligen Bundessortenamtes in Rethmar und im Großen Freien zurück. Zur Eröffnung erschienen am Sonntag auch Niedersachsens Ex-Landwirtschaftsminister Gert Lindemann und viele ehemalige Mitarbeiter. Das Bundessortenamt ist so etwas wie das Patentamt für neue Züchtungen. Ihrer Arbeit ist die neue Ausstellung gewidmet.

„Museumschef“ Erhard Niemann (vo.li.) eröffnet mit Ausstellungsleiter Bernd Reitemeyer (vo. re.) die neue Sonderschau auf dem Gutshof – Foto: R. Niemann

„Die Prüfstelle in Rethmar war von 1945 bis 2015 Zentrum des Saat- und Sortenwesens für Westdeutschland“, erklärte Bernd Reitemeyer bei der Ausstellungseröffnung. In Rethmar wurde entschieden, welche Pflanzensorten auf Feldern und in Gärten angebaut werden durften. Im Jahr 2015 wurde die Prüfstelle in Rethmar zwar geschlossen, doch die Zentrale befindet sich aber weiterhin in Hannover in Betrieb. „Früher wurde das Saatgut mit alten Geräten geprüft, heute passiert das mit dem Computer“, berichtete Elmar Pfülb, der die Niederlassung in Rethmar von 1991 bis 2000 geleitet hat und heute im Bundessortenamt Verwaltungsleiter ist.

In der Ausstellung können die Besucher nun viele historische Geräte bestaunen: Mit einem Tenderometer wurden in den Fünfzigerjahren etwa der Reife- und Zartheitsgrad von Gemüse bestimmt. Das Refraktometer ermittelte den Zuckergehalt in Zuckerrüben und Erbsen, und mit dem Beerenkamm wurden Beeren geerntet. Diese Geräte stammten alle aus dem Bundessortenamt. Das hat für die Schau auch etliche Bilder und Nutzpflanzensorten zur Verfügung gestellt, darunter Bohnen- und Erbsensaat aus den Jahren 1953 und 1954.

Reitemeyer hat die Ausstellung in drei große Themengebiete aufgeteilt. Die Geschichte des Bundessortenamtes ist auf Infotafeln zu erfahren. Die Schau widmet sich im zweiten Teil der Geschichte des Saatgutes und des Sortenwesens. Im dritten Teil geht es um die Vielfalt und den Erhalt alter Sorten. Der Sehnder Reitemeyer gehört nicht nur dem Museumsverein an, sondern ist auch leidenschaftlicher Hobbygärtner und baut historische Sorten an, die heute kaum noch bekannt und in Geschäften nicht zu kaufen sind.
In der Ausstellung können sich die Besucher daher auch über alte Sorten wie die Zuckererbse „Früher Heinrich“, die Taschenmelone „Königin Anne“, „Rottenburger Hopfen“ und die Tomate „Roter Heinz“ informieren. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. August zu sehen. Das Museum auf dem Gutshof in Rethmar öffnet an Sonn- und Feiertagen von 14.30 bis 17.30 Uhr, Sonderführungen können mit dem Vorsitzenden des Vereins, Erhard Niemann, unter der Telefonnummer 05138/98 51 vereinbart werden.

Kommentare gesperrt.

© 2018 Sehnde-News.