„Moshes zweites Leben“: Theaterstück über den Todesmarsch jüdischer Häftlinge

23. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Vor 71 Jahren wurde das Konzentrationslager Bergen-Belsen von der britischen Armee befreit. Den Soldaten offenbarte sich Unvorstellbares: Leichenberge, Seuchenopfer, Überlebende und Tote kaum zu unterscheiden. Noch kurz vor der Befreiung hatte sich ein besonders grausames Ereignis zugetragen. Jüdische Häftlinge – Zwangsarbeiter bei der Hanomag – waren aus dem KZ-Außenlager
Hannover-Mühlenberg nach Bergen-Belsen getrieben worden. Zu Fuß, bis zur totalen Erschöpfung. Wer nicht mehr laufen konnte wurde erschossen.

Die britische Schwester versucht das Vertrauen der Befreiten zu gewinnen - Foto: Danilo Kurtz

Die britische Schwester versucht das Vertrauen der Befreiten zu gewinnen – Foto: Danilo Kurtz

Die Theaterproduktion „Moshes zweites Leben“ von Martin G. Kunze hat sich mit dem Todesmarsch von Hannover nach Bergen-Belsen auseinandergesetzt und ist am Sonntag, 3. April, 16 Uhr, im Café Jerusalem im Haus der Hoffnung, Verein Neues Land an der Wunstorfer Landstraße 5 in Hannover zu Gast. Der Eintritt ist frei.

In dem Theaterstück geht es um die Geschichte der Überlebenden Moshe Oster (gespielt von Andreas Daniel Müller) und Josef Dreilinger (Gerrit Neuhaus). Thematisiert wird nicht nur der Leidensweg der KZ-Häftlinge, sondern auch ihr jugendlicher Überlebenswille, ihre Hoffnung auf ein Leben jenseits der nationalsozialistischen Unmenschlichkeit. Neue Menschlichkeit bringt eine britische Krankenschwester (Hanna Legatis) ins Spiel. Einfühlsam versucht sie, das Vertrauen der beiden jungen Männer zu gewinnen. Dabei muss sie erkennen, dass sie die Dimensionen der Traumata, die die ehemaligen Häftlinge erlitten haben, kaum ausloten kann. Dennoch macht sie sich daran, ihre Patienten auf die Welt außerhalb des Krankenzimmers und außerhalb des Konzentrationslagers vorzubereiten.

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