Historischer Rundgang in Evern zieht viele Besucher an

9. Juni 2017 @

900 Jahre Evern, da hat sich einiges an Geschichte angesammelt. Und genau die wollten die Organisatoren der Veranstaltung „Tour de Eberen“ wieder aufleben lassen. Etwa 100 Personen hatten sich dazu vor dem Feuerwehrhaus eingefunden, um sich den beiden Gruppen anzuschließen. Die Versorgung der großen Schar hatte mit einem Grill und Getränkestand die Freiwillige Feuerwehr des Ortes übernommen.

Siegbert Voges (mi.) und Heiko Gnoth (li.) gaben eine Einführung, bevor es los ging – Foto: JPH

Begrüßt wurden die Besucher, die nicht nur aus Evern kamen, von Adalbert von Haimar (Siegbert Voges), der den Gästen seine Sicht der Dinge auf die Geschichte des Ortes näher brachte. Von der Eiszeit ging es dabei über  die erste urkundliche Erwähnung des Ortes bis hin zum Bau der Chaussee – in den Grenzen des Ortes vor dem Brand. Unter eben dem Adalbert von Haimar hat der Ort vermutlich 1117 seine Selbständigkeit erreicht. Dabei begann die Geschichte von Evern gemeinsam mit der von Dolgen und Haimar. Über den Namen gibt es Spekulationen, so hörte man von Eberen, Everen, Ebingen – was alles etwa „oben liegender Ort“ bedeutet.

Nach den „historischen“ Einleitungsworten startet der Rundgang innerhalb der Ortsgrenzen kurz nach dem großen Brand von 1825 in zwei Gruppen, der jeweils rund zwei Stunden dauerte, und am Festplatz an der Kirche endete. Dazwischen zeigten Spielszenen, Karten, Zeitungsausschnitten von damals und Bilder an vorgeplanten Stellen geschichtliche und bestimmende Ereignisse ebenso auf wie kleine Anekdoten. Mit viel Fachwissen, Akribie und Freude hatte sich dabei der Arbeitskreis Historie eine Tour ausgedacht, die keine lange Weile aufkommen ließ. Das Alltagsleben in der Schule, die damals noch im Dorf war, die Kirche und die Verkehrswege waren dabei Thema und Info-Punkt gleichermaßen.

Dieser Platz mit der neuen Bank heißt nun „Am Thie Berge“ – Foto: JPH

Natürlich war auch die Straßenbahnlinie, die 1935 eingeweiht wurde, ebenso mit dabei wie der Gedenkstein von Otto Haarstrich, Förderer des Straßenbaus im Ort, die Vertreibung von rund 600 Katholiken aus Evern nach dem Krieg und die Gründung des ersten Sportvereins „Gutheil Evern“, der später aufgelöst wurde.

Am Schluss der Führung durften die Besucher vor der Stärkung mit Bratwurst und Getränken am Feuerwehrhaus, das übrigens am 13. Januar 1951 übergeben wurde, noch der Benennung des Platzes mit der neuen Bank vor der Kirche bewohnen. Von nun an hat der Platz den Namen „Am Thie Berge“, der auf den historischen Namen zurückgeht – ganz im Sinne der 900-jährigen Geschichte des Ortes.

(Neufreigabe)

Kommentare gesperrt.

© 2018 Sehnde-News.