Gedenkstätte Ahlem: Das Sammellager Altwarmbüchener Moor

3. März 2017 @

Dokumentarische Spurensuche im Austausch mit Zeitzeugen: Im Rahmen eines Filmprojekts haben Schülerinnen und Schüler der KGS Hemmingen im Stadtarchiv Hannover recherchiert und eine Sintezza befragt, die als Kind im Sammellager Altwarmbüchener Moor leben musste. Sie erzählt in einem etwa 50-minütigen Dokumentarfilm über diese Zeit. Am Sonntag, 5. März, um 15 Uhr ist dieser Film in der Gedenkstätte Ahlem an der Heisterbergallee 10 in Hannover zu sehen. Im Anschluss an die Filmvorführung wird ein Sinto, der als Nachkriegskind bis in die 1960er Jahre in dem Sammellager Altwarmbüchener Moor gelebt hat, über seine Erfahrungen berichten und erzählen, was es heißt, derart isoliert im Nachkriegsdeutschland aufzuwachsen.

Mahnmal für die Sinti im Altwarmbüchener Moor – Foto: Reinhold Baaske

In der Weimarer Zeit gab es in Hannover mehrere Stellplätze für Sinti. Ein Teil der Sinti wohnte aber auch in der Stadt selbst, meist in der Altstadt oder in der Calenberger Neustadt. Im Jahr 1938 wurde im Altwarmbüchener Moor ein kommunales Sammellager errichtet, in das zunächst die Sinti eingewiesen wurden, die auf Stellplätzen lebten, ab 1942 auch die Sinti, die zuvor in Wohnungen gewohnt hatten. In der Nacht zum 1. März 1943 umstellten und räumten Polizisten dieses Lager. Die Familien wurden mit ihren Kindern zum Bahnhof Fischerhof gebracht und von dort nach Auschwitz-Birkenau deportiert.

Nach Kriegsende kehrten die überlebenden Sinti in ihre Heimatorte zurück. Da es in Hannover nicht genügend Wohnraum gab und Sinti bei der Wohnraumverteilung hintenan gestellt wurden, mussten sie wieder in den alten Wagen im Altwarmbüchener Moor unterkommen.

Hinweis: Aufgrund der Veranstaltung fällt die öffentliche Führung an diesem Sonntag aus.

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