Film: „Akte D – Das Versagen der deutschen Nachkriegsjustiz“

11. Februar 2015 @

Aus der ARD-Dokumentationsreihe „Akte D“ zeigt die Gedenkstätte Ahlem an der Heisterbergallee 10 in Hannover am Sonntag, 15. Februar, den Beitrag „Das Versagen der deutschen Nachkriegsjustiz“. Der Film von Christoph Weber enthüllt, wie die bundesdeutsche Justiz dabei mitgewirkt hat, zahllose NS-Täter über Jahrzehnte zu schützen. Beginn ist um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Mit dieser Veranstaltung startet die Gedenkstatte Ahlem eine Reihe mit Spielfilmen und Dokumentationen beziehungsweise mit filmischen Darstellungsformen zu historischen und zeitgeschichtlichen Themen.

Film der Gedenkstätte Ahlem - Foto: Region Hannover

Film der Gedenkstätte Ahlem – Foto: Region Hannover

Als die NS-Diktatur 1945 endete, hinterließ sie ein schreckliches Erbe: Historiker schätzen heute, dass mehr als 500 000 Deutsche an den Massenmorden des NS-Regimes mitgewirkt haben. In der Bundesrepublik wurde den NS-Tätern durch eine ganze Reihe von Amnestiegesetzen der Weg zur Straflosigkeit geebnet. Die Strippen zogen hierbei hochrangige Beamte im Bundesjustizministerium; viele von ihnen selbst NS-belastet. Sie taten erfolgreich alles dafür, um eine konsequente Verfolgung von NS-Verbrechern zu verhindern. Erst als sich nach Ende des Kalten Kriegs plötzlich Archive in aller Welt öffneten, wurden, oft auf Drängen der Opfer, Ermittler aus dem Ausland tätig. Deutschland sah sich gezwungen zu handeln. Doch in den meisten Fällen war es bereits zu spät. Die Täter waren gestorben oder verhandlungsunfähig. Nur ganz wenige wurden noch vor Gericht gestellt.

Was „Das Versagen der deutschen Nachkriegsjustiz“ brisant macht, ist nicht nur die Zusammenarbeit von Politik und Justiz, mit welcher die Verfolgung von NS-Verbrechen in Deutschland sabotiert wurde. Es ist zudem die Tatsache, dass die oft beschworene Vergangenheitsbewältigung der Deutschen alles Mögliche bedeutete, nur eben nicht, die Täter für ihre Taten konsequent zur Verantwortung zu ziehen.

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