Dr. Anton Weise spricht über Raub und Restitution jüdischen Eigentums

22. März 2017 @

Der staatlich organisierte Diebstahl und die Rückerstattung jüdischen Eigentums in Form von Entschädigungs- und Wiedergutmachungszahlungen ist ein Kapitel deutscher Geschichte, das sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem an der Heisterbergallee 10 in Hannover spricht der Historiker Dr. Anton Weise am Sonntag, 26. März 2017, 14 Uhr über „Raub und Restitution jüdischen Eigentums in der Region Hannover“ und zeigt die Hintergründe und Zusammenhänge der Enteignungspolitik des NS-Regimes auf. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei.

Dr. des. Anton Weise spricht über die Enteignung und Rückerstattung – Foto: Anton Weise

Der Raub jüdischen Eigentums durch das Deutsche Reich begann spätestens mit dem Steueranpassungsgesetz vom Oktober 1934. Er radikalisierte sich in den folgenden Jahren parallel zur Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung der deutschen und europäischen Juden. Mit der Enteignung der ins Ausland flüchtenden Juden und der Judenvermögensabgabe ging das NS-Regime immer stärker zum offenen Raub jüdischen Eigentums über. Ab 1941 wurden dann auch die Juden beraubt, die in den Osten des NS-Machtbereiches deportiert wurden und die dort der Tod erwartete. Die Verwertung der Vermögen wurde so radikal organisiert, dass sich die Rückerstattung schwierig gestaltete.

Dr. des. Anton Weise ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover im Bereich der neueren und neuesten Regionalgeschichte. Im Jahr 2015 promovierte er mit „Nach dem Raub. Die Vermögensverwertungsstelle beim OFP Hannover 1941-1950“.

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