Dezente und laute „Zwischentöne“ im CappuVino

19. Januar 2016 @

SEHNDE-NEWS. Ausverkauft – so würde man in einem Theater oder Konzertsaal am Dienstag gesagt haben, als die „Zwischentöne“ im CappuVino in der Mittelstraße in Sehnde erklangen. Bis auf den letzten Sitzplatz war das Café gefüllt, als die beiden Künstlergruppen „SchriftZeichen“ und „Klippenwolf“ nach einem vorhergehenden Buffetangebot ihr Programm ab 19 Uhr darboten.

Astrid Borower (re.) trug "Souvenir" und Heike Bonk (li.) Anschließend "Wieder vereint" – Foto: JPH

Astrid Borower (re.) trug „Souvenir“ und Heike Bonk (li.) Anschließend „Wieder vereint“ – Foto: JPH

Das kompakte Programm von rund zwei Stunden mit Pause bestand aus eigener Literatur der drei Damen von SchriftZeichen und eigenen Liedern von Klippenwolf. Die beiden Programmteile begannen jeweils mit Musik und endeten damit. Dazwischen lagen Marie-Luise Plat, Heike Bonk und Astrid Borower mit ihren Texten, die sie im Wechsel vortrugen. Zum Abschluss gab es dann jeweils Musik von Klippenwolf. Die beiden Musiker Peter Siegfried (Bass) und Rolf Möckel (Gesang, Gitarre, Bluesharp) spielten dabei im fast schon untergegangenen Stil von Franz Josef Degenhardt oder Hannes Wader: politisch, nachdenklich machend und auch lebensbejahend. So führten sie zu Anfang mit ihrem Stück „Auf dem Wind“ ins Grundthema „Leben“ ein, dass dann von den drei Schriftstellerinnen aufgegriffen und ausgebaut wurde.

Klippenwolf mit Peter Siegfrid (li.) und Rudolf Möckel haben ein umfängliches Repertoire im Stil von Degenhardt – Foto: JPH

Klippenwolf mit Peter Siegfrid (li.) und Rudolf Möckel haben ein umfängliches Repertoire im Stil von Degenhardt – Foto: JPH

Der Titel „Zwischentöne“ war dazu gut gewählt, denn vieles erschloss sich der sehr ruhig und aufmerksam lauschenden Hörerschaft erst durch reflektieren des Gehörten. Dabei kam sicher jeder Anwesende zu seinen eigenen Interpretationen von Literatur- und Musiktexten. Die kamen insgesamt so gut an, dass am Ende neben dem berechtigten Applaus auch noch Zugaben gefordert wurden.

Einmal mehr hat sich das CappuVino als eine kleine Kulturoase in Sehnde geoutet, die neben dem Literaturcafé mit viel Fingerspitzengefühl Kleinkunst und Besonderes in die Mittelstraße zu holen bereit ist. Das dabei die Platzzahl beschränkt ist, ist nicht unbedingt von Nachteil, denn der direkte Kontakt zu den Künstlern ist so viel intensiver und persönlicher.

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