Als Deutscher in den USA

9. Dezember 2015 @

Heute: Die gute Hausfrau

Heute gibt’s mal einen kleinen Blick in die Mottenkiste der hiesigen zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich habe beim Kramen im Internet nämlich folgenden Artikel in der Monatsschrift „Good Housekeeping“ aus dem Jahr 1950 zu Tage gefördert und für Sie übersetzt. Es geht, wie Sie sich vielleicht schon denken können, um die „gute Hausfrau“ und das, was sie ausmacht.

 My Home is My Castle, so will es die Lehre für die gute Hausfrau - Foto: AK


My Home is My Castle, so will es die Lehre für die gute Hausfrau – Foto: AK

„Die gute Hausfrau hat das Essen fertig, wenn der Mann nach Hause kommt. Sie plant sorgfältig und beginnt, wenn nötig, in der Nacht zuvor mit den Vorbereitungen. Dies zeigt, dass sie seine Bedürfnisse versteht und sich nach ihnen richtet. Der Mann ist nach getaner Arbeit hungrig und erwartet, dass man sich um ihn kümmert.

Die gute Hausfrau bereitet sich auf die Heimkehr ihres Mannes vor. Sie entspannt sich für 15 Minuten, um ihn dann so erfrischt zu begrüßen. Sie erneuert ihr Make-Up und bürstet ihr Haar. Der Ehemann hat bereits genug erschöpft aussehende Kollegen auf der Arbeit getroffen. Die Hausfrau ist fröhlich und munter und heitert den Heimkehrer auf. Es gehört zu ihren Pflichten.

Die gute Hausfrau räumt die Wohnung oder das Haus auf und kontrolliert die Sauberkeit noch einmal kurz bevor der Mann von der Arbeit zurückkommt. Sie wischt alle Tische mit einem Staubtuch ab. In der kühleren Jahreszeit entzündet die Hausfrau im Kamin ein Feuer, an dem sich der Ehemann nach einem harten Tag entspannen kann. Er wird sich wie in einem sicheren Hafen fühlen, und auch die Hausfrau wird ein Gefühl der inneren Befriedigung empfinden.

Die gute Hausfrau vermeidet Lärm, wenn der Herr des Hauses nach einem harten Tag zurückgekehrt ist. Die Waschmaschine, der Trockner oder der Staubsauger sind abgestellt. Die Kinder sollten ebenfalls jede Art von Lärm vermeiden. Sauber gekleidet, gewaschen und gekämmt erwarten sie wohlerzogen die Heimkehr des Vaters. Wichtig: Die Frau freut sich sichtbar, wenn der Mann nach Hause kommt, begrüßt ihn mit einem liebevollen Lächeln und zeigt ihm, dass sie völlig um sein Wohlbefinden bemüht ist.

Die gute Hausfrau schenkt ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und hört ihm zu. Kann sein, dass es ein Dutzend scheinbar wichtige Dinge zu bereden gibt, aber unmittelbar nachdem er durch die Tür kommt, ist nicht die angemessene Zeit. Stattdessen hört sie ihm zu und versichert ihn ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit. Alles, was er sagt, ist grundsätzlich wichtiger als all die kleinen Alltagsprobleme der Hausfrau. Also: Kein Gemecker und keine Probleme!

Den Beitrag von Andreas Kraatz gibt es auch als Podcast, einfach auf's Bild klicken - Foto: AK

Den Beitrag von Andreas Kraatz gibt es auch als Podcast, einfach auf’s Bild klicken – Foto: AK

Die gute Hausfrau beschwert sich nicht, wenn er zu spät oder vielleicht sogar erst nachts von der Arbeit nach Hause kommt. Verglichen mit dem, was er im Büro durchgemacht hat, ist alles andere zweitrangig. Er verdient es deshalb, umsorgt zu werden. Ein wenig Ruhe, vielleicht in einem bequemen Sessel, zusammen mit einem kühlen oder wärmenden Drink, wirkt oft Wunder. Die Hausfrau stellt zudem Kissen und Hausschuhe bereit und spricht den Mann mit ruhiger und freundlicher Stimme an, um sich nach seinen Wünschen zu erkundigen.

Die gute Hausfrau stellt ihrem Ehemann keine unbequemen Fragen über die Arbeit oder Entscheidungen, die er getroffen hat. Sie akzeptiert uneingeschränkt, dass er der Herr des Hauses ist und seine Entscheidungen immer wohl durchdacht und richtig sind. Sie wird dies niemals in Frage stellen.

Und schließlich: Die gute Hausfrau weiß immer, wo ihr angestammter Platz ist.“

Nett, oder? Damit lasse ich die Herren der Schöpfung jetzt mal alleine. Vielleicht können Sie ja ein paar Arbeitsgruppen bilden und das Ganze ausdiskutieren. Aber was immer Sie tun: Warten Sie besser damit, bis ihre Frauen aufgehört haben zu lachen.

Diese und weitere Geschichten gibt es wie immer auf dem Blog “Rock Bottom” von Andreas Kraatz direkt zum Anhören.

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