Trainer mit Verfallsdatum: Stendel nur für 6 Spiele zuständig

6. April 2016 @

Thomas Schaaf ist weg – von Sonnabendnachmittag auf Montagmorgen. Der „Neue“ war schnell gefunden, hatten es doch die Sperlinge, vulgo Spatzen, schon von den Dächern gepfiffen: „Der U19-Trainer kommt zu den Profis“. Parallel gab es Nebelkerzen mit verschiedenen Namen – von Mirko Slomka bis Jos Luhukay.

Nicht mehr rumeiern, meint Redakteur Peter Hellerling - Foto: Red

Nicht mehr rumeiern, meint Redakteur Peter Hellerling – Foto: Red

Dann wurde der Trainer vorgestellt – und auch gleich sein Abschied mit verkündet. Lediglich die 1. Liga noch sauber abwickeln, so der offensichtliche Auftrag an den eigenen Mann, und dabei die restlichen 18 Punkte nur nach ordentlicher Gegenwehr vergeben. Denn selbst das war unter Thomas Schaaf den „Profis“ nicht gelungen. Das wird der Nachfolger richten, der aber nach sechs Spielen schon wieder den Platz räumen soll – so der Geschäftsführer Sport bei der Präsentation am Montag. Danach geht Daniel Stendel als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums zurück an die Eilenriede. Dann ist Obama auch weg und man kann da wieder hin. Damit ist aber schon wieder eine Interimslösung bei Hannover 96 gefunden worden, die für die neue Saison keine Weichen stellt, sondern offensichtlich den Entscheidern nur Zeit verschafft. Zeit bei den Fans, die auf bessere Spiele hoffen, und Zeit an der „Scouting-Front“, die den neuen „echten“ Trainer suchen muss.

Erst war Thomas Schaaf weg...

Erst war Thomas Schaaf weg…

Doch wer sollte der Sucher sein und wer könnte der neue Zweitliga-Trainer werden? Da sind wieder die üblichen Verdächtigen mit Ex-Trainer Mirko Slomka, Rewe-Marktleiter Holger Stanislawski, Zweitliga-Wechsler Markus Kauczinski, 96-Allround-Hoffnungsträger Steven Cherundolo und Hoffenheim-Tabellenkellerkind Markus Gisdol auf der Favoritenliste, hört man.

... und dann kam Daniel Stendel (li.), der laut Martin Bader (re.) auch nicht lange bleibt - Fotos (2): JPH

… und dann kam Pressesprecher Christian Bönig mit dem neuen Trainer Daniel Stendel (li.), der laut Martin Bader (re.) auch nicht lange bleibt – Fotos (2): JPH

Außerdem stehen überall, von Bild bis HAZ, möglicherweise auch der Geschäftsführer Sport, Martin Bader, mit seinem Scout Christian Möckel als mögliche Abschiedskandidaten auf der Prognose-Liste, nachdem Präsident Martin Kind Bader kürzlich öffentlich angeschossen hatte. Zwar erklärte Bader am Montag, dass er sich durch diese Äußerungen nicht angezählt fühle, doch es beginnt immer mit Worten. Denn nichts von den sportlichen Maßnahmen des neuen Teams traf ins Schwarze. Die Winter-Neueinkäufe – keine Retter, der Meister-Trainer – auf verlorenem Posten, dessen Nachfolgeregelung – eine weitere (offizielle) Übergangslösung. Es wird weiter rumgeeiert, interims gelöst und verschoben. Das sieht von außen derzeit nicht nach gekonntem Krisenmanagement und geplanter Zweitligavorbereitung aus – das erinnert vielmehr an die Saisonvorbereitung 2015.

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