Sehnder Drehleiter sollte jetzt ersetzt werden

23. Januar 2017 @

Dass Drehleitern sowohl in der Brandbekämpfung wie auch zunehmend im Rettungs- und Hilfedienst eine steigende Bedeutung gewinnen, ist sicher jedem Bürger klar, der sich mit dem Einsatz der Feuerwehren in der heutigen Zeit befasst.

Drehleitern sind Kernelemente im Feuerweheinsatz, meint Redakteur Peter Hellerling – Foto: Red

Da müssen Brände von oben gelöscht werden, weil die Flammen einen Innenangriff nicht zulassen, Bewohner aus höheren Stockwerken geborgen werden, weil die Treppenhäuser verraucht, die Mieter älter und behindert sind,  die Fahrstühle nicht benutzt werden dürfen, oder der Brand einen Stand auf einem Zwischenstockwerk auf dem Weg nach untern erreicht hat, der ein Passieren der Brandstelle nicht mehr zulässt. Außerdem rufen Polizei und Rettungsdienst immer häufiger die Drehleitern der Feuerwehren zu Hilfe, um kranke Leute aus höheren Stockwerken zu bergen oder fliehende Personen auf Dächern zu verfolgen und festzunehmen. Also ein wichtiger Baustein auch unserer Sehnder Feuerwehr.

Doch während es meistens in einer Stadt mehrere Lösch-, Tanklösch- und Löschgruppenfahrzeuge gibt, gibt es von diesem Baustein meistens nur ein Exemplar. Wie wichtig der jedoch ist, haben sowohl die Brände der KGS- wie auch der Lehrter Turnhalle gezeigt – und auch die Wetterunbilden der zurückliegenden Zeit. Es erschließt sich damit auch jedem Kundigen gleich nebenbei, dass diese „Leiter“ überall hinkommen sollte.

Leider aber tut das die in die Jahre gekommene Drehleiter Sehndes nicht (mehr). Auf einer mittelmäßigen Wiese blieb sie hängen, die Leiter ist reparaturanfällig  und wurde bereits zweimal für fünfstellige Beträge überholt. Technisch ist sie damit aus Sicht des außenstehenden Betrachters  nicht mehr auf dem bestmöglichen Stand – und muss nun erneut in Reparatur. Nach dem Einsatz in Lehrte, der einmal mehr die Notwendigkeit von Drehleitern und ähnlichen Spezialfahrzeugen bewiesen hat, ist sie erneut defekt – und wurde als „nicht einsatzfähig“ gemeldet. Reparaturbedarf und –zeit? Unbekannt!

In vielen Fällen geht’s nur mit Drehleiter, wie hier in Höver vor kurzem – Foto: JPH

Damit muss bei den Einsätzen für diese Drehleiter nun eine andere Kommune einspringen – Sehnde ist nicht mehr „Selbstversorger“, Anfahrzeiten erhöhen sich so. Während jeder Ortsteil zu Recht modernes Gerät zum Löschen hat, um seine Bürger zu schützen, muss sich die Feuerwehr bei diesem wichtigen Sonderfahrzeug auf ein „altes Schätzchen“ abstützen – wenn das denn so will, wie die Feuerwehr.

Klar ist, wir brauchen eine gut ausgerüstete Feuerwehr – vom GW-Mess, der endlich neu ist, bis hin zum wasserführenden Fahrzeug in Bolzum. Aber die Drehleiter, mit Korb, als Hubbühne oder sonstwie ist für alle Ortsteile unerlässlich – und aus meiner Sicht ein Kernelement, wie zuvor ausgeführt. Hier sollte eigentlich der Rat der Stadt nun eine perspektivische Entscheidung fällen: Reparatur der Iveco-Leiter nur beim Notwendigsten und Anschaffung einer neuen, sei es in gutem gebrauchten Zustand, wie einst der Iveco, oder ganz neu. Und so geländegängig, dass das Fahrzeug auf einer rutschigen, nassen, etwas tief gängigen Wiese auch fahren kann – alleine. Die sich abzeichnende finanzielle Situation, glaubt man dem Finanzminister des Bundes und des Landes und der europäischen Zentralbank mit ihrer Zinspolitik, sollte das eigentlich im Interesse aller Sehnder zulassen – und die Bürger das im eigenen Interesse auch mittragen. Die Haushaltsverhandlungen laufen ja jetzt gerade erst an! Und ja, ich weiß, es geht nur über Schulden…

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