Quo vadis, Hannover 96?

27. August 2015 @

Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln – den Eindruck macht Hannover 96 derzeit, wenn man die Aussagen zur Verpflichtungspolitik betrachtet. Wer sagt wann was und wem – das ist dabei schon eine Grundfrage.

Während Dirk Dufner seine Arbeit in den Medien verteidigt und auf wertvolle Verpflichtungen verweist, wie Sané und Marcelo, aber ohne Joselu, und weitere Transfers ausschloss, verkündete Präsident Martin Kind parallel, dass die Tür für eine Neuverpflichtung noch offen sei. Aber das müsse der Trainer wollen. (Noch) Amtierender Geschäftsführer mal wieder desavouiert.

Wohin geht Hannover 96, fragt sich unser Redakteur JPH - Foto: Red

Wohin geht Hannover 96, fragt sich unser Redakteur JPH – Foto: Red

Eine Verstärkung aber will der Trainer gar nicht haben und meint, der Kader sei gut besetzt und in der Lage, den Klassenerhalt zu schaffen. Mittelfeldkraft und Ersatz für einen verletzten Kiyotake hin oder her – brauche er nicht. Daraufhin macht der Präsident einen erwarteten Rückzug und vertraut dem Chef der Spieler. Allerdings wissen beide auch, dass dann bis Weihnachten nix mehr geht und die bis dahin verlorenen Punkte weg sind. Und andere Vereine in der Tabelle damit dann auch nach oben entfleuchen.

Manchmal fragt man sich als Außenstehender irritiert, ob die Analyse der eigenen Stärke nach Bewertungskriterien erfolgt oder aus dem Bauch heraus. Die „Zeit“, die man für die „junge Mannschaft“ immer wieder tibetanisch gebetsmühlenartig wünscht, muss gewährt werden, aber sie hilft nicht beim Punktesammeln. Sicher muss sich eine neu formierte Mannschaft finden und große Umbrüche sind schwierig, aber der harte Alltag des Bundesligabetriebes wird auf diesen Appell nicht hören. Vielmehr werden die Konkurrenten es mit Freude vernehmen und entsprechend auftreten gegen Hannover 96.

Und plötzlich ist man dann hinten dran und kommt da nicht mehr weg. Erkennbar war in den Spielen von Mallorca bis Leverkusen, dass ein Lenker und Denker im bestehenden Kader nicht in Sicht ist – wohl auch mit weiterer „Zeit“ nicht. Ob dann ein zurückgekehrter Kiyotake diese Aufgabe unverletzt in 32 oder weniger verbliebenen Spielen übernehmen kann, ist eher nicht zu erwarten; so lehrte es die vergangene Saison. Prüfstein wird bereits am Sonnabend Mainz 05 werden. Vertrauen ist gut – Vorsorge wäre jedoch besser gewesen.

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