Kommt die Mittelstraße 2015 noch voran?

13. August 2015 @

Ein Zwischenruf von JPH

Masterplan, Sofortaktion, Einzelhandelsplan, Gutachten, Farbenlehre – und wie sie alle heißen mögen, die Papiere, die schon zur Mittelstraße geschrieben wurden – eines ist ihnen gemein: Ihre Umsetzung dauert lange. So zumindest der Eindruck, der entsteht, wenn man ihre Beratungen und ihre Umsetzungen miteinander vergleicht: Beispielsweise die Zeit, die es gedauert hat, einen Behindertenparkplatz aus der Mittelstraße in die Straße des Großen Freien zu verlegen.

was passiert wann mit der Mittelstraße, fragt sich unser Redakteur JPH - Foto: Red

Was passiert wann mit der Mittelstraße, fragt sich JPH – Foto: Red

Doch nun hat der „Arbeitskreis Ortszentrum“, immerhin mit 10 000 Euro pro Jahr ausgerüstet durch den Stadtrat, die Regie übernommen. Er hat sich einige Aufgaben vorgenommen, die in den nächsten Jahren (!) umgesetzt werden sollen, um Zug um Zug das Bild der Mittelstraße zu verbessern. Der „Prioritätenplan“ sieht die Beseitigung der Pflanzringe vor, das Aufstellen von Sitzbänken, die Installation von Spielgeräten und die Implementierung eines einfachen Parkleitsystems. Außerdem soll die Mittelstraße das werden, was sie verkehrsrechtlich eigentlich schon seit Anbeginn der Zeit als Spielstraße ist: eine verkehrsberuhigte Geschäftsstraße.

Sukzessive soll es erfolgen. In den kommenden Monaten sollen die ersten Veränderungen erfolgen. Gut – Bäume wurden geschnitten, stand aber nicht im Plan. Pflanzringe gegenüber von Rossmann leicht versetzt – stand so nicht im Plan. Beleuchtung an den Bäumen zur B 65 angebracht – stand gar nicht im Plan; ist aber auch privat finanziert worden vom Kretschmanns und Solitär. Doch nun geht’s los – soll’s jedenfalls.

"Schöner wohnen in der Mittelstraße" mit Bänken und Papierkörben - Foto: JPH

„Schöner wohnen in der Mittelstraße“: Ohne Pflanzringe, mit Bänken und Papierkörben – Foto: JPH

Die Pflanzringe werden beseitigt und bleiben nur im Einmündungsbereich von der B 65 kommend stehen, zur Verkehrsberuhigung. Die bei Rossmann werden ganz verschwinden: Doch wenn die schon mal am Haken waren, weshalb sind die nur verrückt worden? Planänderung, Haken zu schwach oder war gar der LKW schon weg?

Dafür sollen zwei neue Bänke dort die Straße säumen, versehen mit Mülleimern. Die Eimer stehen ja glücklicherweise schon, weil sie nach einem der früheren „Pläne“ schon die alten ersetzt haben (!), vor etwa zwei Jahren. Die Bänke sollen wahrscheinlich folgen, wenn dann die ersten Herbststürme durch die Straße fegen. Da es zunächst nur zwei sein werden, bleiben dann die Bürger nicht so lange drauf sitzen und so können viel mehr in den Genuss der zwei Sitzgelegenheiten kommen. Oder ist für den Kauf von zwei Bänken gar eine europäische Ausschreibung erforderlich?

Eigentlich sollen die Pflanzringe ganz weg - Foto: JPH

Eigentlich sollen die Pflanzringe ganz weg – Foto: JPH

Die Mittelstraße soll auch im nördlichen Bereich von B 65 bis zur Straße des Großen Freien eine „verkehrsberuhigte Geschäftsstraße“ werden. Das heißt, Fahrgeschwindigkeit reduziert auf 10 Kilometer pro Stunde und nicht mehr, wie einige Autofahrer im Moment meinen, erhöht auf 60. Dabei ist natürlich zu bedenken, dass das eine Änderung der Beschilderung erforderlich macht – und die dauert (siehe Verlegung Parkplatz eingangs). Die für die neue Zone aufzustellenden Halteverbotsschilder können für die Verzögerung sicher nicht verantwortlich gemacht werden – aber vielleicht ist Blech für Schilder ja ein Mangelartikel? Oder die „Knöllchen“ für falsches Parken, sogar auf „eigenen“ Grundstücken an der Mittelstraße, sind derzeit noch zu lukrativ?

Manchmal hilft ja gegen den Strom zu schwimmen - Foto: JPH

Mit dem Zeitplan die falsche Richtung eingeschlagen? – Foto: JPH

Die Installation von Spielgeräten dauert natürlich etwas. Sie müssen standfest sein, unfallsicher und TÜV-geprüft. Alles Dinge, die Zeit erfordern – und das Budget von 10 000 Euro im Haushaltsjahr 2015 vielleicht sprengen. Aber „vielleicht“ geht ja auch hier eine Private-Public-Partnership wie bei der Beleuchtung an der B 65? Spielgerät gestiftet, Stadt betoniert ein, Tafel dran: „Gestiftet vom Hosenträgerverleih Gummitwist“ – fertig. Bei der Feuerwehr geht es ja auch mit der Übernahme der Folgekosten von Stiftungen der Fördervereine durch die Stadt.

Schließlich das Parkleitsystem. Es soll einfach sein, denn nur das Einfache hat meist Erfolg. Also damit könnte man ja „einfach“ bis 2016 warten – da hätte man dann auch noch was zu tun.

Kommt Ihnen alles bekannt vor? Kann nicht sein, denn wir diskutieren ja erst vier Jahre drüber….

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