Hatte Hannover 96 nicht die „schlagkräftige Truppe“ dabei?

14. Dezember 2015 @

Im Kellerduell steht es 1:0 für Hoffenheim, nicht nur, was den Spielstand nach 90 Minuten betrifft. Während sich Augsburg und Hoffenheim durch Siege, Augsburg sogar gegen Schalke, langsam auf die rettenden Plätze zubewegen, hat die zugesagte „schlagkräftige Truppe“ von Michael Frontzeck, verletzungsgebeutelt, nur schönen Fußball gespielt – und wieder nix zählbares mit nach Hannover gebracht. Stattdessen steht man, nur dank Unentschieden der Mit-Kellerkinder Bremen und Stuttgart, noch auf dem Relegationsplatz – weiterer Fall nach dem München-Spiel am kommenden Sonnabend nicht ausgeschlossen.

Michael Frontzeck war mit der Berichterstattung zu seiner Mannschaft nicht zufrieden. Und die Berichterstatter nicht mit dem Spiel der Mannschaft - Foto: JPH

Michael Frontzeck war mit der Berichterstattung zu seiner Mannschaft nicht zufrieden. Und die Berichterstatter nicht mit dem Spiel der Mannschaft – Foto: JPH

Werder muss dann nach Frankfurt, das ebenfalls verloren hat und nun punktgleich mit Hannover ist. Die Stuttgarter haben Wolfsburg zu Gast. Dabei ist aus hannoverscher Sicht zu hoffen, dass der Nachbarverein Wolfsburg durch einen Sieg Schützenhilfe leistet – ebenso, wie Bremen es in Frankfurt tun müsste. Denn Hannover 96, dass sich in Hoffenheim sehr viele Chancen erarbeitet hatte und keine verwerten konnte, dürfte nur auf dem Zettel von Trainer Frontzeck eine Chance haben. Alle anderen, Präsident Kind eingeschlossen, sind da realistischer. Und genau da scheint das Problem zu sein.

Erst brauchte die neue Mannschaft „Zeit“, dann Vertrauen und nun sind es die Verletzten, die per Journalisten-„Schelte“ als Verursacher der zahlreichen Niederlagen ausgemacht wurden. Aber was ist mit Spielen gegen die anderen Kellerkinder gewesen? Bis auf Bremen holten die alle Punkte in Hannover, als der Störfaktor „Zeit“ noch galt. Obwohl man in einigen Spielen sogar 1:0 geführt hatte, konnte „die neu zusammengestellte Mannschaft“ den Vorsprung nicht halten. Zudem ist davon auszugehen, dass doch alle Spieler gelernte Fußballer sind und ihren Beruf beherrschen. Daraus wäre zu folgern, dass die Spieler vor dem gegnerischen Tor den Ball doch darin unterbringen können sollten – dafür braucht man keine „Zeit“ oder die Anrufung des „Verletztenpechs“. Schlimmer wäre die zweite Möglichkeit: Der Kader ist so nicht bundesligatauglich. Damit wären dann fast alle Neueinkäufe Fehlplanungen gewesen. Und ein Nachkauf wurde seitens des Trainers ja abgelehnt.

Wie ist die Wende so noch zu schaffen, fragt sich unser Redakteur Peter Hellerling - Foto: Red

Wie ist die Wende so noch zu schaffen, fragt sich unser Redakteur Peter Hellerling – Foto: Red

Aber wie soll es weitergehen? So nicht, und die Ablehnung Ron-Robert Zielers, jetzt über eine Vertragsverlängerung zu sprechen, sollte als Warnung verstanden wissen. Jemand mit seinen berechtigten Ambitionen auf das Nationalteam kann und will sicher nicht dauernd auf der Verliererseite spielen. Ob aber mit Frontzeck ein Umbau der Mannschaft und sofort einsetzbare Neueinkäufe möglich sein werden, ist zum derzeitigen Zeitpunkt zu bezweifeln. Dann ginge es wohl erst mal wieder um Zeit…. Die aber gibt die Bundesliga jetzt nicht mehr. Also stellt sich den Verantwortlichen auch die Frage nach dem Trainer: Ist mit Frontzeck noch eine Wende zu schaffen oder ist dafür auch ein neuer Trainer erforderlich? Die Antwort darauf wird nicht erst nach dem nächsten Spiel gegeben werden müssen, die muss jetzt erfolgen. Denn in den nächsten Wochen könnten auch weitere Vereine auf die Trainer-Suche gehen, wenn sie es nicht schon sind. Und damit sind wir wieder bei der Zeit: die hat Hannover 96 definitiv jetzt nicht mehr.

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