Hannover 96: Wieder zwei Punkte liegen gelassen

11. April 2015 @

Hannover 96 verschenkt wieder einmal zwei Punkte zuhause gegen einen Gegner, der schlagbar war – das als Fazit des heutigen Spieltages der Roten. So kann die Rettung vor dem Abstieg nur mit Hilfe der darunter stehenden Teams gelingen. Aus eigener Kraft und dann im heimischen Stadion muss eine Mannschaft in der Lage sein, auch einmal ein 1:0 über rund 15 Minuten zu retten.

Der Berliner Coach Pal Dardei war mit der Punkteteilung zufrieden - Foto: JPH

Der Berliner Coach Pal Dardei war mit der Punkteteilung zufrieden – Foto: JPH

Offensichtlich aber nicht die Hannoveraner. Immer, wenn sie ein Tor erzielt haben, wird die Abwehr unsicher bis wackelig und lädt den Gegner zum Ausgleich ein. So auch wieder an diesem Abend vor 46 000 Zuschauern, als nach dem Treffer von Schulz nach einer Ecke die 96er umgehend ins Schwimmen gerieten. Den Zuschauern auf den Rängen war sofort klar, dass es wohl nur eine Frage der Zeit sein würde, bis die aufgewachten Berliner den Ausgleich erzielen würden. Sie feuerten die Mannschaft an wie kaum mal zuvor seit dem Ultra-Abzug.

Doch es kam wie befürchtet. Aus einer Freistoßsituation und einer eigentlich unkritischeren Anschlusssituation ließ die heimische Abwehr dann einen unbedrängten Schuss vom freigespielten Stocker zu, der auch prompt in den Maschen landete. Der anschließende Sturmlauf der Roten kam, wie so oft in dieser Saison, zu spät. „Rien ne va plus“ hieß es nach weiteren acht Minuten, denn da Pfiff der nicht immer ganz sattelfeste Schiri Marco Fritz ab. Die nächste Chance vertan, sich etwas aus dem Abstiegskampf zu lösen. Das Unentschieden, dass den Berlinern sicher gefällt, ist für Hannover nur ein weiterwursteln, um sich vor dem 16. Platz zu retten.

Die Mannschaft von Tayfun Korkut sammelt die Punkte nach dem "Eichhörnchenverfahren" - Foto: JPH

Die Mannschaft von Tayfun Korkut sammelt die Punkte nach dem „Eichhörnchenverfahren“ – Foto: JPH

Ob die vor dem Spiel von 96-Präsident Martin Kind abgegebene Job-Garantie für seinen Trainer Korkut geschickt war, bleibt nach diesem von ihm zuvor als „offensiv“ angekündigten Heimspiel zweifelhaft. Mit fünf Defensivspielern, Schulz, Felipe, Albonorz, Marcelo und Sané, zu starten, sieht für den Außenstehenden nicht nach bedingungslosem Angriffswillen aus. Vielmehr hat sich Hannover 96 wohl mal wieder selbst besiegt.

Paul Dardai fasste es dann auch treffend so zusammen: „Wir haben das Tor weggesteckt, sind wiedergekommen und haben einen verdienten Punkt für uns.“ Tayfun Korkut jedoch wollte bei einem 1:0 nicht davon sprechen, dass so etwas seine Mannschaft beflügelt – aber was denn dann bitte?

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