Glanzloser Sieg – bringt er eine weitere Entscheidung?

13. März 2017 @

Hannover 96 schlägt zuhause 1860 München mit 1:0 und hält damit den dritten Tabellenplatz gegenüber dem lokalen Verfolger Eintracht Braunschweig für eine weitere Woche. Soweit die positiven Anteile des Spieltages. Dass wieder einmal die bessere Mannschaft ihre Torchancen nicht umsetzen konnte, auch das kennt man ja aus Hannover – und das waren nicht die Hausherren. Unvermögen oder Pech, darüber mögen die Ränge streiten.

Trainer Vitor Pereira von 1860 sah seine Mannschaft vorn – Foto: JPH

Aber überraschend ist die Aussage von Bakalorz nach Spielende, man habe den Gegner und das Spiel kontrolliert. Das sah nämlich von der Tribüne doch anders aus. Zwar waren die Gäste sehr rustikal in ihrer Spielweise und der Schiedsrichter sehr nachsichtig mit den Gelben aus München, aber die Spielanteile waren trotzdem nahezu gleich verteilt. Denn immerhin war das ein Heimspiel für Hannover, dem erklärten Aufsteiger. Wenn da die Gäste einen Anteil von 47 Prozent haben, kann man kaum von “kontrolliert” sprechen. Zumal man seitens der Gastgeber mal wieder die einfachsten Bälle verspielt hat. Und auch die bekommenen Chancen. Schwach, dass man diese nicht umsetzen konnte. Darin lag wohl der eigentliche Unterschied zwischen den gleichwertigen Teams. Hannover setzte wenigstens eine Möglichkeit um – souverän geht anders.

Doch auch bei der Torschussbilanz liegt man gleichauf, allerdings nur aus hannoverscher Sicht. Denn elf Schüssen der Hausherren auf den Kasten stehen 14 der Gäste entgegen, die dabei am eigenen Unvermögen und an Tschauner scheiterten. Der hielt mit einer souveränen Leistung zumindest in der ersten Halbzeit die Roten im Spiel. Ein Rückstand, wie oft in der HDI Arena, wäre durchaus drin gewesen. Es bleibt außerdem festzuhalten, dass die Freistoßvariante mit Edgar Prib und dem eigentlichen Schützen nun auch langsam dem letzten Abwehrspieler und Torwart der 2. Liga bekannt sein dürfte. Da wäre es sicher besser, einen der beiden Spieler nach vorn zu orientieren und nicht dem Gegner einen weiteren freien Abwehrspieler zu „schenken“.

Karaman, Klaus und Maier zeigten nicht einmal Normalform, Karaman schied dann auch noch verletzt in der ersten Halbzeit aus (schwere Bänderdehnung im Sprunggelenk), Maier und Klaus wurden zu spät ausgewechselt – gegen Albornoz und Bech. Bech fand keinen richtigen Bezug zum Spiel mehr und dribbelte sich im Strafraum fest – Marke Chancentod-, Albornoz war auch kein stabilisierender Faktor, weder nach vorn, wohin er beordert zu sein schien, noch für die Defensive.

Trainer Daniel Stendel wiederum sah sein Team im Spiel vorn – Foto: JPH

Gegen Ende hatte dann auch der Torwart der Hannoveraner einige Aussetzer und nur mit vereinten Kräften wurde zweimal der Ball von der Linie gekratzt – Glück auf der ganzen Linie, könnte man sagen.

München dagegen merkte, hier geht was, und wurde gegen Ende durch Auswechslungen offensiver. Die Mannschaft von Pereira scheiterte dabei nur an sich selbst und dem mangelnden Vermögen vor dem Tor.

„Aber“,  so Stendel ja immer wieder, “Fußball ist ein Ergebnissport”. Das stimmte heute, doch es wird interessant sein zu sehen, an welchen Stellschrauben der neue Manager Horst Heldt nun drehen wird, damit sich die Ergebnisse stabilisieren. Pässe, die nicht ankommen, Flanken ins Niemannsland und Zweikämpfe durch drei Gegner hindurch müssen einfach der Vergangenheit angehören.

So stellte Münchens neuer Trainer dann auch laut Übersetzung fest: „Wir hatten das Spiel im Griff. Es war das beste Spiel unter meiner Regie bisher. Nur ein Fehler von uns hat das Spiel entschieden.“ Dem trat natürlich Chefcoach Stendel entgegen und meinte, er habe das mit dem „Spiel im Griff“ ganz anders gesehen. Das wird auch Horst Heldt mit dem Blick in und für die Zukunft endgültig zu bewerten haben. Aber eines ist sicher: drei Punkte sind erstmal drei Punkte – alte Fußballerweisheit!

 

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