Freuen ja, zahlen ja – sehen nein

21. April 2016 @

Präsident Barack Obama kommt zur Eröffnung und zum Besuch der Hannover Messe. Ihn wird Kanzlerin Angela Merkel auf all seinen Wegen begleiten. Dazu kommen sicher Hundertschaften von CIA-, FBI- und Secret Service Leuten, die die Sicherheit des gewählten Oberhauptes der Vereinigten Staaten von Amerika sicherstellen. In Panzerlimousinen namens „The Beast“, riesigen anderen Schlitten vermutlich, und mit vielen Schusswaffen, die möglicherweise einfach Kraft souveräner Willkür eingesetzt werden, wenn’s hart auf hart kommt. Natürlich gibt’s auch dafür Absprachen, aber wer die US-Amerikaner schon einmal erlebt hat, weiß es besser.

Zu viel Abschottung, meint Redakteur Peter Hellerling - Foto: Red

Zu viel Abschottung, meint Redakteur Peter Hellerling – Foto: Red

Und dazu kommt die deutsche Staatsmacht mit Polizei, SEK, MEK, Bundespolizei, GSG 9, BND und allen Geheimen des Verfassungsschutzes. Fehlt noch die Armee, aber das ist eine Marginalie. Deckel auf der Straße wurden versiegelt, Papierkörbe abgebaut, Müllsäcke erregen Verdacht, Tonnen sind gar gefährlich. Da die Ausweichquartiere leider schon durch Asylbewerber belegt sind, müssen die Anlieger dummerweise in ihren Häusern übernachten und wohnen, sonst wären die sicher auch ausquartiert worden. In mindestens drei großräumigen Sicherheitsbereichen erstirbt das öffentliche Leben – zeitweise mindestens.

Zahlen tun wir alle, das heißt, die Steuerzahler – nicht die Bundesregierung, die hat gar kein eigenes Geld, oder gar der US-Senat, der nur für seine Agenten berappt. Nur sehen dürfen wir dafür den Präsidenten in den Besuchsbereichen nicht, nicht winken oder gar ein Foto machen. Die Hannoveraner unter Generalverdacht. Selbst von den Fenstern sollen die Anwohner wegbleiben, wenn der Präsident kommt – was aber, wenn einer das nicht tut? Feuert der Secret Service präventiv? Stürmt die GSG 9 die Behausung des Neugierigen?

Ein Staatsbesuch, so heißt es, sei es zur Messe. Besuchen aber tue ich nur Freunde, und vor denen muss ich mich nicht verschanzen. Oder gilt wegen des Präsidenten die höchste Terrorwarnstufe? Dann müssten wir , die Bürger, eigentlich geschützt werden und der Präsident bliebe besser zuhause im sicheren NORAD-Bunker. Demokratie lebt auch vom Risiko, wie wir aus vielen leidvollen Attentaten wissen. Aber gerade eine Bunkermentalität hilft da nicht weiter, wie uns immer wieder nach Attentaten gegen Veranstaltungen erzählt wird. Sicher hätten viele Hannoveraner gerne mal einen Blick auf den Besucher geworfen, nur mal so – ohne Sprengkörper, Molotow-Cocktails oder Farbbeutel. Und der Präsident vielleicht auch auf uns? Schade drum! Aber was rege ich mich auf – bin eh‘ nicht da.

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