Der Abstand wird größer – doch kein Grund zur Aufregung?

21. September 2015 @

Jetzt sind es schon drei Punkte Abstand vom Platz 16 bis zum Platz 14, den Hannover 96 sich hätte holen können, wenn es denn in Augsburg siegreich gewesen wäre. Und da sind auch schon wieder die magischen Worte: Hätte, wäre, wenn. Nach fünf Spielen hat Hannover 96, nach der knappen Rettung vor dem Abstieg, dem Einkauf von sieben neuen Spielern und dem Quasi-Rauswurf des Sportdirektors, einen Punkt auf der nach oben auf 15 beschränkten positiven Zählerskala zu verbuchen. Aber Sorgen – nein, die müssen nicht aufkommen – vermittelt der Trainer nach dem Spiel den Eindruck.

Michael Frontzecks Team konnte auch auf Augenhöhe nicht punkten - Foto: JPH

Michael Frontzecks Team konnte auch auf Augenhöhe nicht punkten – Foto: JPH

Während Leonardo Bittencourt mit Köln sich für irgendwelche internationalen Ligen interessieren könnte, fordert der Cheftrainer von Hannover 96 „Zeit“. Zeit um sieben neue Spieler in das Team einzubauen, von denen allerdings nur einer gegen Augsburg aufgelaufen war. Drei andere durften dann später ran, als das Kind schon im Brunnen lag. 2:0 fertigte Augsburg den direkten Tabellenplatz-Konkurrenten in Bayern ab – erneut war ein Elfmeter, dieses Mal verschuldet von Marcelo, dabei. Wäre Ron-Robert Zieler nicht im Tor der Hannoveraner gewesen, die Niederlage wäre deutlich höher gewesen.

Nach dem Spiel wurde der Cheftrainer gefragt, ob sich Hannover im Abstiegskampf befände und er antwortete sinngemäß, davon könne ja wohl nach erst fünf Spieltagen noch nicht die Rede sein. Das kommt den Fans bekannt vor. Auch Taifun Korkut hatte nach den verlorenen Spielen immer mit diesen Sätzen aus dem Trainer-Bingo die Fragen der Berichterstatter abgebügelt. Allerdings gibt es auch noch keine Definition, ab welchem Spieltag oder wieviel verlorenen Spielen man von „Abstiegskampf“ sprechen könne. Klar, dass Cheftrainer Michael Frontzeck nach dem Spiel auf den nicht gegebenen Elfer für Hannover hinwies; aber der war zu dem Zeitpunkt kaum noch spielentscheidend – kosmetischen allenfalls.

Vergleicht man das Spiel der Augsburger mit dem der Gäste, so wirkte das der Hausherren zielgerichteter, je näher sie dem hannoverschen Tor kamen. Bei den Gästen war es eher umgekehrt. Kurzpässe – Fehlpässe, Dribblings endeten ohne Abspiel in der gegnerischen Abwehr und Ideen waren Mangelware. Innerhalb von rund drei Minuten ging Hannover bereits in der ersten Halbzeit K.O. Alles, was als Antwort darauf von den Gästen kam, kann man mit einem Werbespruch einer Kaffee-Firma aus den 70igern zusammenfassen: „Mühe allein genügt nicht, Frau Sommer.“ Und jetzt kommt mit dem VfB Stuttgart am Mittwoch eine weitere Mannschaft, mit der man sich in Hannover auf Augenhöhe sieht – so, wie man am Sonntag schon mal in die eiskalten Augen der Augsburger blickte.

Nur gut, dass die beiden Ligakonkurrenten aus Stuttgart und Mönchengladbach ebenfalls wieder eine Null-Nummer hingelegt haben und so wenigstens der eine Punkt der Roten den Sturz ans Tabellenende verhindert. Nur, so fragen sich die Fans, wie lange noch? Und da sind wir wieder beim Thema „Zeit“.

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