„Back to the Future“ – jetzt auch in der Region

24. Oktober 2015 @

Marty McFly geistert mit einem DeLorean durch die Vergangenheit und die Zukunft – und nimmt dabei seine Autonummer mit. Das soll jetzt auch in der Region Hannover passieren und nicht nur bei einem Zeitsprung. Geht es nach dem Willen der CDU-Regionsfraktion, wird die Zeitreise zurück auch auf allen Straßen der als Zukunftsprojekt geplanten Region Hannover möglich. Frei nach dem Motto „Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben“ sollen jetzt auch wieder die Kennzeichen „BU“, „SPR“ und „NRÜ“ aus der Vergangenheit in die Zukunft „gebeamt“ werden.

Brauchen wir die alten Kennzeichen zurück, fragt sich unser Redakteur Peter Hellerling - Foto: Red

Brauchen wir die alten Kennzeichen zurück, fragt sich unser Redakteur Peter Hellerling – Foto: Red

Einen entsprechenden Antrag hat Oliver Brandt, Vorsitzender des Verkehrsausschusses und CDU-Regionsabgeordneter für Burgdorf, Lehrte und Uetze in der Regionsversammlung (siehe SN-Bericht) gestellt. Sein DeLorean ist also gelandet. Damit würden, so Brandt in einer Pressemeldung zu seinem Antrag, unter anderem der Tourismus in der Region gefördert werden. Man darf es also als gesichert ansehen, dass beispielweise die Bayern verstärkt in die Region kommen, wenn sie ein NRÜ-Kennzeichen (Spott: „Nur rechts überholen“) an einem Auto sehen. Das Landkreiskürzel „SPR“ (Spott: „Sauparkrüpel“) führt zu verstärkter Werbung für die Region im Ausland und ein „BU“ (Spott: „Bauer unterwegs“) fördert den Zusammenhalt in der Region.

Dann sollte man doch eher konsequent fordern, die Nummernschilder gleich ganz selbst zu gestalten, wie in Österreich und den USA. Das wäre dann wenigstens originell und zeigte die Kreativität der jeweiligen Fahrzeughalter. Und Politikverdrossenheit bekämpft man anders, sei hier mal eingefügt. Auch das „D“ im blauen Feld könnte dann gleich mit fallen, zumindest für die Bürger, die sich zwar mit ihrem alten Kreis „Hannover“ identifizieren, Europa aber ablehnen. Die könnten sich dafür wieder den alten „D“-Aufkleber ans Heck pappen.

Klären sollte man auch, welche Landkreiszeichen-Alternativen die Lehrter und Sehnder wählen dürfen, die sich sicher ein von Burgdorf unabhängiges „SND“ oder „LRT“ wünschen. Denn nur die Tatsache, dass Sehnde damals noch nicht „Stadt“ war, darf keine Ungleichbehandlung heute bedingen. Sinnvoll sind derartige Überlegungen vielleicht für solche Autos, deren Kennzeichen auf „H“ endet und die historische Wurzeln haben. Neuen Autos sollte in der Region ein „H“ vorn reichen. Aber vielleicht bin ich ja zu modern in meinen Ansichten – angekommen mit meinem persönlichen DeLorean aus dem strukturellen Mittelalter in der Neuzeit?

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